Der internationale Tag des Bieres findet jährlich am ersten Freitag im August statt. Dieses Jahr am 7. August. Seit ein paar Jahren erlebt vor allem handwerklich gebrautes Bier wieder einen neuen Aufwind, so auch in Konstanz und Umgebung. Doch warum sind die alten Brauereien aus Konstanz eigentlich verschwunden, woher kommt der neue Trend zu besonderen Biersorten und die Begeisterung zum eigenen Bierbrauen?

Nachhaltigkeit wird immer wichtiger

Benedikt Wabnig ist Bierbraumeister bei Inselbier auf der Reichenau. Das Unternehmen braut mit Bodenseewasser, Gerste aus dem Hegau und Hopfen aus Tettnang. Er sagt: „Der Trend geht wieder zu regionalen und kleineren Unternehmen, die nachhaltig arbeiten.“ Das findet er gut, obwohl er eigentlich Industriebrauer gelernt hat.

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In den 80er- und 90er-Jahren seien viele kleine Brauereien in ganz Deutschland langsam weggestorben. Laut Wabnig gab es damals den Wunsch der Bevölkerung nach industriell hergestellten, billigen, aber auch edlen Produkten.

Das konnten viele Branchen, wie auch die Bierbrauereien, im Handwerk nicht leisten. „Aber heute, genauer gesagt schon seit ein paar Jahren, ist das Handwerk wieder auf einer Ebene mit der damaligen Industrie“, sagt der Braumeister. „Wenn nicht mittlerweile sogar darüber.“

Selbst brauen immer beliebter

Er selbst experimentiert auch oft zu Hause, um neue Bier-Kreationen auszuprobieren. Mit etwas Erfahrung könne man die Biere an seinen eigenen Geschmack anpassen und ein für sich maßgeschneidertes Bier herstellen. Das ist laut Martin Restle, Inhaber der Bierboutique Konstanz, ebenfalls eine neue Bewegung. Er sagt: „Hobbybrauer gibt es immer mehr. Do-it-yourself, also mach es selbst, hat richtig an Fahrt aufgenommen in den letzten Jahren.“

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Sich das Wissen über Bier und das Brauen anzueignen sei so einfach wie nie, auch ihn hätte das vor ein paar Jahren begeistert. Dazu könne man ganz neue, eigene Aromen zu seinem Bier hinzugeben und damit alte Bierstile wieder aufleben lassen oder neue erschaffen.

Ursprung kommt aus den USA

Diese Szene sei in den USA bereits in den 1980er-Jahren gewachsen, da es dort keine richtige Brautradition gegeben habe. Damals wurden Craftbiere, also handwerklich hergestellte Biere, in den Garagen gebraut. Daraus seien immer mehr kreative Biersorten entstanden. Dieses Experimentieren mit Biersorten halte bis heute an, auch in anderen europäischen Ländern.

Martin Restle, Inhaber der Bierboutique: „Craftbier ist eine andere Welt von Bier.“
Martin Restle, Inhaber der Bierboutique: „Craftbier ist eine andere Welt von Bier.“ | Bild: Timm Lechler

Natürlich habe das neue Bewusstsein für den eigenen Konsum und für Qualitätsgüter auch nicht vor dem Bier halt gemacht. Die Menschen würden sich öfter die Frage stellen, was sie da eigentlich gerade konsumieren und welche Auswirkungen das hat.

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„Viele trinken lieber weniger Bier, aber dafür dann eines mit mehr Qualität“, so Martin Restle. Vergleichbar sei es mit der Entwicklung beim Fleischkonsum.

Deutschland hat einen eigenen Biertag

In Deutschland ist der „Tag des Bieres„ übrigens der 23. April, der Tag der Ausrufung des deutschen Reinheitsgebotes durch den bayerischen Herzog Wilhelm im Jahr 1516 in Ingolstadt.

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