Die meisten Bestattungen werden für die Reichenauer Bürger teurer. der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig eine neue Gebührenordnung beschlossen, die ab heute gelten soll.

Nachdem die Bestattungsgebühren gut 17 Jahre lang unverändert geblieben sind, werden sie nun der aktuellen Kostenentwicklung angepasst. Das heißt in aller Regel, dass die Kosten für eine Beerdigung steigen.

Neue Regeln berücksichtigen eine Gesetzesänderung

Die neue Bestattungsgebührenordnung war deutlich später fertig geworden als ursprünglich vorgesehen. „Wir haben vor drei Jahren begonnen und hätten eigentlich vor zwei Jahren beschließen sollen“, sagte Hauptamtsleiter Mario Streib. Laut Sitzungsvorlage ist die Verzögerung unter anderem wegen des Personalwechsels im Rechnungsamt zustandegekommen.

„Da wird sich viel ändern“

Armin Okle (Freie Wähler) erinnerte daran, dass eine neue Friedhofskonzeption in Arbeit sei. „Da wird sich viel ändern“, betonte er. Damit dürften sich auch die Kosten beziehungsweise Gebühren ändern. Auch Gabriel Henkes (Freie Liste Natur) äußerte Bedenken: „Ich tu mich schwer etwas zu beschließen, weil alles komplett über den Haufen geworfen wird.“

Bettina Meier, Leiterin des Rechnungsamts, gewann der Verzögerung jedoch etwas Gutes ab, denn so habe aktuelles Recht berücksichtigt werden können. Das baden-württembergische Bestattungsgesetz aus dem Jahr 1970 hatte am 11. Februar diesen Jahres eine Änderung erfahren.

„Friedhöfe sind nie kostendeckend“

Bei der Berechnung der Gebühren muss eine Gemeinde immer vorausschauend die zu erwartenden Kostenveränderungen schätzen und einkalkulieren. Für die nun verabschiedete Satzung ist dies bis ins Jahr 2024 der Fall.

Bettina Meier erläutert: „Durch die Neukalkulation der Gebühren ist mit Mehrerträgen für den Gemeindehaushalt zu rechnen. Jedoch ist dies abhängig von den Fallzahlen und dem Kostendeckungsgrad.“ Letzteren setzten die Gemeinderäte nach einem Vorschlag der Verwaltung nunmehr auf 50 Prozent fest.

Bei Urnenbestattungen ist vieles neu

Friedhöfe „sind nie kostendeckend“, betonte Bürgermeister Wolfgang Zoll. „Das ist den Bürgern gegenüber in Ordnung“, bekräftigte Ralf Blum (CDU). In zurückliegenden Jahren hatte der Kostendeckungsgrad im Durchschnitt 37 Prozent betragen.

Stefan Schmidt (Freie Wähler) wollte wissen, ob die bisher nicht bekannten Kosten für Bestattungen im Grasgrabfeld des Mittelzellers Friedhofs rückwirkend erhoben würden. Dies bestätigte Meier und fügte an, dass sich diese Angelegenheit zäh gestaltet und zu vielen bösen Telefonaten geführt habe.

Die Kosten im Einzelnen

Ein Einzelwahlgrab kostet nun 1080 Euro (bisher: 1000 Euro). Ein Dreierwahlgrab wird sogar billiger, statt 2400 Euro sind es nur noch 2270 Euro. Für ein Urnenwahlgrab mussten bisher 450 Euro bezahlt werden. Jetzt kostet es 1190 Euro; dafür können darin bis zu zwei Urnen versenkt werden.

Bei der Urnenbestattung hat die Vielfalt zugenommen. Daher sind alte und neue Preise nicht gut vergleichbar. Es gibt ab sofort die Doppelkammer in der Urnenwand (bis zu zwei Urnen), die Einzelkammer in der Urnenwand, die Urnen-Stele (bis zu zwei Urnen) und die Urnen-Baumgrabstätte.

Eine Bestattung von einer Person im Alter von sechs und mehr Jahren wird nun mit 720 Euro berechnet statt bisher 550 Euro.

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