Müll, egal welcher Art, gehört in die dafür vorgesehenen Behälter und nicht in die Natur oder auf Wege. Das ist eigentlich banal. Aber offenbar vielen Leuten egal, denn sonst würde nicht so viel Müll in Wiesen oder am Wegesrand herum liegen. „Es ist eine seltsame Achtlosigkeit entstanden in den letzten Jahren“, sagt der Reichenauer Stefan Jäger.

Es liege immer mehr Müll herum. „Ich weiß nicht, woran das liegt. Ich bin kein Psychologe.“ Aber er ist ein engagierter Bürger, der nun zusammen mit Gabi Hofsäß andere Menschen zu einem sogenannten Cleanup-Day aufruft. Am Sonntag, 3.April wollen sie gemeinsam die Natur aufräumen. Dabei könne jeder dazu kommen, wie er Zeit und Lust habe. Es komme nicht auf die Menge oder Dauer an.

Beim Spazierengehen Liegengelassenes mitnehmen

Der englische Begriff meint schlicht: Es geht ums Saubermachen in der Landschaft, ums Müll aufsammeln – Kippen, Plastik, Flaschen, Karton und so weiter. Das lasse sich auch mit einem Sonntagsspaziergang verbinden, meint Jäger. Die Menschen sollten halt Eimer oder Mülltüte sowie Handschuhe dabei haben.

„Wir bieten die Möglichkeit von zentralen Abgabestellen für die Müllsäcke.“ Auf der Insel sei dies bei Gabi Hofsäß, Am Vögelisberg 11, in der Waldsiedlung bei Berenice Altenburger-Kretschmer, Fohrenbühl 13, und im Lindenbühl bei Horst Schließer, Kornblumenweg 12.

Größeres einfach melden

Wer größere Gegenstände wie etwa Autoreifen finde, solle dies fotografieren und ihnen per E-Mail melden unter wcd-reichenau@t-online.de. Die Initiatoren könnten den Müll dann beim Bauhof über die Gemeinde entsorgen.

Müll liege an vielen Stellen herum, weiß Jäger: im Inntal, rund um die Hochwart, beim kleinen Parkplatz gegenüber des Maurer-Areals, am Uferweg, an Hecken, teils im Gebüsch oder zwischen Pflastersteinen. Er und Hofsäß würden das ganze Jahr über Müll aufsammeln. Es würde sicher helfen, wenn das mehr Leute machen, weil der Müll der Natur schade, finden beide.

Im Herbst soll es weitere Aktion geben

Jäger und Hofsäß hatten an der weltweiten Aktion World Cleanup-Day im September 2021 schon zum Müllsammeln aufgerufen – in etwas größerem Rahmen. Mehr als 50 Bürger hätten damals in rund vier Stunden etwa eine Tonne Abfall gesammelt.

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Das wolle man im Herbst wieder machen. Nun sei man im Gespräch mit Bürgermeister Wolfgang Zoll darauf gekommen, dass eine solche Aktion auch vor dem Saisonbeginn sinnvoll sei. Zoll erklärt: „Ich begrüße diese Privatinitiative natürlich.“ Die Gemeinde unterstütze das gern.

Jäger weiß nicht, ob mehr öffentliche Mülleimer das Problem verkleinern würden. Auf den Parkplätzen gebe es ja solche Behälter und trotzdem liege Müll herum. Der Bürgermeister erklärt, dass die Gemeinde vor allem an beliebten Orten, an denen sich viele Leute aufhalten, Abfalleimer aufgestellt habe; und dass man an Orten nachrüsten könne, wo es Probleme mit Müll gebe.