Mit der geplanten Unterkunft für Flüchtlinge in der Nähe des Campingplatzes Sandseele will die Gemeinde Reichenau nun zügig vorankommen. Bis Ende Juni sollte die Unterkunft in Containerbauweise fertig sein, sagte Bürgermeister Wolfgang Zoll im Gemeinderat. Denn die Gemeinde hinkt bei der Unterbringung von Flüchtlingen den Anforderungen hinterher. Allerdings gebe es nun eine Änderung, so Zoll.

Ursprünglich sollten die Container mit Strom beheizt werden. Doch die Verwaltung habe festgestellt, dass die Stromversorgung an diesem Standort nicht ausreicht. Es bräuchte also Tiefbaumaßnahmen, um Leitungen zu verlegen.

Bei Strom wären dann mit jährlichen Folgekosten von rund 100.000 Euro zu rechnen. Daher solle die Unterkunft nun mit einer Gastherme ausgestattet werden, so Zoll, der dabei angesichts des Ukraine-Krieges einräumte: „Wir wissen natürlich nicht, wie es mit Gas weitergeht.“

Photovoltaik soll auf das Dach kommen

Aber es erscheine im Moment die bessere Lösung. Und die Unterkunft sei ja auch nicht für eine lange Dauer geplant, weil sie im Landschaftsschutzgebiet liegt und deshalb spätestens in 15 Jahren zurückgebaut werden muss. Zudem gebe es die Option, so Zoll weiter, auf das Dach später noch eine Photovoltaik-Anlage zu montieren. Mit der Planung der Haustechnik wird nun ein Reichenauer Fachbüro beauftragt.

Da auch das benachbarte Heim des Deutschen Roten Kreuzes mit Gas beheizt wird, soll der Fachplaner prüfen, ob es Synergieeffekte geben könnte. Gabriel Henkes (Freie Liste Natur) hatte dies angeregt. Berndt Wagner (CDU) meinte zudem, der Planer solle eine sofortige Montage einer Photovoltaik-Anlage berücksichtigen.

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Der Bürgermeister erklärte, er werde in der Sitzung am 9. Mai eine Kostenschätzung vorlegen. Eine weitere Änderung gibt es beim Fundament der Unterkunft. In Abstimmung mit dem Tragwerkplaner sei man auf die Möglichkeit eines Stahl-Schraubfundaments gestoßen, so die Verwaltung. Dies könnte später leichter zurückgebaut werden und andernorts wieder verwendet werden.