Wieder einmal will die Gemeinde Reichenau mit einem Bebauungsplan die Ziele des Entwicklungskonzepts sichern. Die historisch entstandene Streusiedlung und das Landschaftsbild sollen möglichst erhalten und Sichtbeziehungen frei gehalten werden. Kleinere Siedlungssplitter sollen nicht zusammenwachsen, und eine Bebauung in zweiter Reihe ist nicht erwünscht. Diesmal geht es um einen Abschnitt nördlich der Unteren Rheinstraße gegenüber der Einmündung zur Stedigasse.

Das könnte Sie auch interessieren

Dort gibt es bisher drei mit Häusern bebaute Grundstücke und dazwischen größere Grünflächen. Diese sind im Planentwurf mit einer Zackenlinie umrahmt, das heißt, hier darf nichts gebaut werden – auch nicht mit landwirtschaftlicher Privilegierung. Nach dem Willen der Verwaltung und einer Mehrheit im Gemeinderat soll das so auch bleiben. Die Stellungnahmen aus der frühzeitigen Beteiligung der Behörden und Öffentlichkeit ergaben wenig und keine grundlegenden Änderungen. Der Entwurf des Bebauungsplans Mittelzeller Straße II und Untere Rheinstraße wird nun ein weiteres Mal öffentlich ausgelegt.

Geteilte Meinungen in der längeren Diskussion im Gemeinderat gab es wegen des Wunsches des Eigentümers am westlichen Rand des Plangebiets. Er möchte hinter dem an der Straße stehenden Gebäude ein weiteres Baufenster für ein weiteres Haus. Mit der Begründung, daneben gebe es zur Erschließung einen Feldweg und auf der anderen Seite des Wegs Häuser, die in den Geltungsbereich eines anderen Bebauungsplans fallen. Doch nur Ralf Blum, Berndt Wagner (beide CDU) und Sandra Graßl-Caluk (SPD) fanden dies verständlich. Bürgermeister Wolfgang Zoll und Armin Okle (Freie Wähler) dagegen betonten die Auffassung von Planerin Bettina Nocke. Der Feldweg diene nicht der Erschließung von Wohnhäusern, das gewünschte Baufenster würde daher zu einem Neubau in zweiter Reihe führen.