Gabi Hofsäss von der Insel Reichenau ist ganz hingerissen: „Beim Betrachten des Igelgesichts geht mir das Herz auf.“ Sie liebt diese friedfertigen Wildtiere und vergleicht sie mit Kobolden, die „aus dem Nichts auftauchen und genauso schnell wieder weg sind“. Ihrer Meinung nach haben Igel keine Lobby, deswegen engagiert sie sich für sie.

Ihr Mann Peter unterstützt sie tatkräftig. Er baute diverse Futter- und Wohnhäuschen für die Igel, die nun in ihrem Garten einem halben Dutzend Igeln Unterschlupf und Schutz bieten.

Wasserstellen im trockenen Sommer

„Als ich Mitte 20 war, habe ich unter der Kellertreppe meiner Tante eine Handvoll Igel vorgefunden. Er wäre dort jämmerlich verendet“, erzählt Gabi Hofsäss. Ein halbes Jahr lang päppelte sie das Tier mit Katzenfutter auf und entließ es dann in die Freiheit. Seitdem hat sie ein besonderes Auge auf die Tiere und hilft, wo sie kann.

„Der Sommer im letzten Jahr war so trocken, da haben wir begonnen, Unterschlüpfe zu bauen und den Igeln Wassernäpfe hinzustellen“, erklärt sie: „Man konnte sehen, dass manche Igel schmal und eingefallen waren, allein das Wasser hat ihnen geholfen.“ Igel kennen ihre Umgebung ganz genau und kommen immer wieder zum gleichen Ort zurück.

Igel kennen ihre Umgebung genau

So kam es nach und nach zu einer wahren Igelwohnanlage im Garten der Familie. Die zahlreichen überaus ordentlichen und sehr gepflegten Gärten seien ein Problem für die Igel, diese benötigten mehr „kruschelige Ecken“, sagt Gabi Hofsäss. Sie appelliert an Gartenbesitzer, genau solche kleinen Flecken zu lassen: „Ein paar Blätter und Äste genügen, dann können die Igel sich dort einen Rückzugsort bauen.“

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Immer wieder finden Gabi und Peter Hofsäss Igel, die sie vorsichtig mitnehmen, sie aufpäppeln und wieder in die Freiheit entlassen. „Es ist wichtig, dass man die Igel wieder genau dort hinbringt, wo man sie gefunden hat“, erklärt Gabi Hofsäss. Bei ihr werden die Tiere nur im Notfall und nur mit Handschuhen angefasst.

Und die Tiere sind auf zack: „Wenn meine Frau das Futter hinstellt und wieder ins Haus geht, dann kommen die Igel ganz flott zum Futternapf“, berichtet Peter Hofsäss.