Wie so oft reagiert die Gemeinde Reichenau mit einem Bebauungsplan auf einen Bauantrag, der nicht den Zielen des Entwicklungskonzepts der Gemeinde entspricht. Zumal zudem die Baurechtsbehörde im Landratsamt diesen Antrag möglicherweise bewilligen würde. Im Bebauungsplan Gallus-Oheim-Weg geht es um eine nur rund einen halben Hektar große landwirtschaftliche Fläche in Mittelzell, südwestlich des Hotels Mein Inselglück, zwischen Gallus-Oheim-Weg und Häfelishofstraße. Den Vorentwurf des Plans stellte nun Planerin Denise Becker im Gemeinderat vor.

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Ein Eigentümer möchte südlich des letzten Hauses am Gallus-Oheim-Weg ein Doppelhaus errichten. Laut Entwicklungskonzept liegt das im Außenbereich. Es soll verhindert werden, dass die umliegenden Siedlungssplitter zusammenwachsen. Daher soll der Bebauungsplan hier keine neuen Häuser zulassen – auch nicht mit landwirtschaftlicher Privilegierung. Mittlerweile hat der Eigentümer stattdessen einen Anbau an ein bestehendes Haus beantragt. Eine kleine Erweiterung innerhalb des Baufensters lasse der Planentwurf zu, erklärte Becker.

Grünplaner Christoph Laule sagt: „Im Prinzip wird der Bestand festgeschrieben.“
Grünplaner Christoph Laule sagt: „Im Prinzip wird der Bestand festgeschrieben.“ | Bild: Zoch, Thomas

Im Textteil des Planentwurfs heißt es dazu, es sei nach Auffassung der Gemeinde dennoch keine Negativplanung, sondern es werde vielmehr „ein positives städtebauliches Ziel verfolgt“. Bürgermeister Wolfgang Zoll merkte an, dass der Verwaltungsgerichtshof ein Entwicklungskonzept als Grundlage zur Beurteilung von Baugesuchen akzeptiere.

Frage nach dem Nachbarhaus

Stefan Schmidt und Thorsten Schneider (Freie Wähler) sowie Ralf Blum (CDU) waren der Auffassung, das Nachbarhaus sollte ins Plangebiet mit aufgenommen werden, weil dieses seltsamerweise nicht vom angrenzenden Bebauungsplan Schleitheimer erfasst sei. Zoll hält dies für sinnvoll. Er empfahl aber, mit dem Entwurf für den Bebauungsplan erst die Beteiligung der Behörden und Öffentlichkeit abzuwarten. Das fragliche Grundstück könne später noch aufgenommen werden.