Narrenmund tut Wahrheit kund. Das zeigt sich einmal mehr an dieser Fasnacht auf der Insel Reichenau. Der Elferrat des Narrenvereins Grundel hatte am Schmotzigen Dunschtig mit Augenzwinkern publik gemacht, dass im Rathaus die neue hoch ansteckende Virus-Mutation Grundel1894 festgestellt worden sei, die eine Fasnachts-Pandemie auslösen kann mit Symptomen wie plötzliche Fröhlichkeit, Witz und Humor.

Bis Aschermittwoch in Büro-Quarantäne

Der Elferrat meinte deshalb, dass Bürgermeister Wolfgang Zoll und sein ganze Team mindestens bis Aschermittwoch in Büro-Quarantäne bleiben muss. Ein Krisenstab unter der Leitung von Grundel-Präsident Berndt Wagner werde versuchen, bis dahin die Lage unter Kontrolle zu bringen. Dazu sei es nötig, den Bürgermeister und das Rathaus-Team mit närrischem Blut zu impfen.

Fanachtsbetriebsleiter Schlotzi Blum (links) und Ex-Elfer Jatter Wehrle nageln an den Narrenbaum ein Papier über ein neues närrisches Virus.
Fanachtsbetriebsleiter Schlotzi Blum (links) und Ex-Elfer Jatter Wehrle nageln an den Narrenbaum ein Papier über ein neues närrisches Virus. | Bild: Zoch, Thomas

Aus einer offiziellen Erklärung: „Seit den frühen Morgenstunden müssen wir durchaus feststellen, dass es Auffälligkeiten bei den Verwaltungsmitarbeitern gibt. Das Äußere der Mitarbeiter hat sich von einem tristen Alltagslook auf eine närrische Art und Weise verändert. Eine durchaus heitere Stimmung hat sich breitgemacht. Aus manchen Büros sind Gassenhauer der letzten Fasnacht zu vernehmen. Auch ein Grundele-Lied wurde vernommen.“

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Zudem seien Single-Polonaisen und Schunkeln auf dem Bürostuhl beobachtet worden. „Es ist bereits eine überschwängliche Heiterkeit zur verzeichnen. Das Stimmungsthermometer verzeichnet eine erhöhte Temperatur. All das schürt den Verdacht, dass die Mitarbeiter Grundel1894-positiv sind“, heißt es weiter in der Erklärung. Um sicher zu gehen, werde man mit den Mitarbeitern Oaße-Tests durchführen, dem typischen Reichenauer Fasnachts-Kurzen aus Eierlikör und Kirsch. Gerne nehme das Rathaus die Unterstützung des Elferrats an und hoffe, mit Hilfe der närrischen Impfung bis Aschermittwoch die Lage unter Kontrolle zu bekommen.