Reichenau - Aus dem Laden am Kloster auf der Insel Reichenau ist nun das Café am Kloster geworden. Inhaberin Bärbel Schleifer betont, dass sie und ihr aktuell elfköpfiges Team zum einen die Tradition der Familie Keller, die in der Burgstraße3 über 100 Jahre lang ein Geschäft betrieben hat, fortsetzen möchten: „Es war schon immer ein Ort der Begegnung, wo sich Leute getroffen haben.“ Doch wer den früheren Laden am Kloster gekannt hat, tritt nun in ein völlig neues Ambiente. Es ist ein sehr individuelles und geschmackvolles Café entstanden – sowohl, was die Einrichtung als natürlich auch die Speisekarte betrifft. Hinzu kommt ein auserlesenes Warenangebot, das im Raum verteilt zugleich dekorativen Charakter hat. „Alles, was man sieht, kann man kaufen“, so Bärbel Schleifer.

Wichtig sei ihr die Firmenphilosophie in ihrem ersten eigenen Café mit Ladenverkauf, betont die Inhaberin, die viele Jahre Geschäftsführerin im Konstanzer Voglhaus war. „Alles, was die Gäste bei uns essen, stellen wir selbst mit viel Liebe und Sorgfalt in unserer eigenen Küche her. Bei unseren Rezepten handelt es sich um die Lieblingsrezepte von uns, unseren Verwandten und Freunden.“ Das fange an beim Frühstück mit würzigen oder süßen, selbstgemachten Brotaufstrichen, Müsli, Käse, Schinken und Omelette. Als Mittagstisch gebe es verschiedene Nudelgerichte – zum Beispiel mit Basilikum- und Steinpilz-Pesto oder Penne mit Gemüse – sowie Reisgericht, Quiche, Suppe, Salat bis hin zum überbackenen Bauernbrot. Wobei saisonal das Speisenangebot geändert werde, erklärt Schleifer. Und zudem gebe es ein sehr großes Kuchensortiment in ihrem Tagescafé: von Muffins und Cookies bis hin zu klassischen Kuchen wie Omas Käsekuchen. Wobei es beim Kuchen ebenso wie beim Frühstück und den Nudelgerichten auch glutenfreie Varianten gebe. Und: „Wir haben ein großes vegetarisches und veganes Angebot“, so Schleifer, darauf liege der Schwerpunkt.

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Firmenphilosophie sei es, wo möglich Produkte von der Reichenau und aus der Region zu verwenden und zu verkaufen – und dies am liebsten in Bioqualität. Gemüse, Wein, Fisch und ein Großteil der Gewürze stamme von der Insel. Milch, Eier, Säfte sowie ein Großteil von Käse und Fleischwaren kommen von Biobauern und Lieferanten aus der Region. Zum Backen verwende man Dinkelmehl nach Hildegard von Bingen von der Stadtmühle Geisingen. Und alle Speisen gebe es auch zum Mitnehmen – in Mehrwegverpackungen mit Pfand.

Ebenso sorgfältig habe man das Warenangebot ausgesucht, das teils aus sehr kleinen Manufakturen stamme, betont Schleifer. So gebe es neben Reichenauer Produkten wie Inselbier, Pfiffikus oder Biohonig zum Beispiel Wohnassecoires wie Väschen, Kerzenlichter und Laternen, Handtaschen und Geldbörsen sowie handgeschöpfte Seife aus Naturprodukten und sogar den Klostergründer Pirmin als Figur aus Vollmilchschokolade. Und zudem gibt es Postkarten mit Fotos des früheren Eigentümers Theo Keller sowie eine Auswahl an Literatur zur Reichenau.

Die Einrichtung ist ebenso rustikal wie gemütlich. Die kleinen, massiven Holztische und Sitzbänke seien aus recyceltem Material von einem Schreiner extra für das Café gefertigt, berichtet Schleifer. 30 Plätze bietet das Lokal innen, ebenso viele im Garten, in dem es auch einen Wintergarten mit Olivenbaum gibt. Für ein Fest könne man die Zahl der Sitzplätze auch noch aufstocken. Schleifer plant einen Ganzjahresbetrieb.

Nachdem der Laden am Kloster aus privaten Gründen geschlossen worden war, hat die Gemeinde das Haus in bester, zentraler Lage im Jahr 2019 für rund eine Million Euro gekauft. Seither ist es komplett saniert worden, erklärt Bettina Grathwohl, die Leiterin des Ortsbauamts. Das Haus sei entkernt und praktisch alles neu gemacht worden. Im Obergeschoss, wo eine Wohnung sein werde, seien die Arbeiten noch nicht abgeschlossen. Die Sanierungskosten lägen aktuell bei gut 400¦000 Euro.

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