Die Bezirkssparkasse Reichenau hat ihren seit vielen Jahren andauernden Erfolgskurs auch in der Corona-Pandemie fortsetzen können. Die Sparkassenchefs Günter Weber und Alexander Bertram können für das Jahr 2021 wieder starke Wachstumsraten in allen wichtigen Geschäftsfeldern bilanzieren.

„Wir haben ein gutes, erfolgreiches Jahr zu verzeichnen“, erklärt Weber. Die Bilanzsumme sei um rund zehn Prozent auf 1,55 Milliarden Euro gestiegen. Und dies obwohl natürlich Corona wie schon 2020 durch immer wieder neue Verordnungen eine Zusatzbelastung gewesen sei, für die Kunden wie die Mitarbeiter.

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Doch Weber betont, dass man weiter eine Kunden-Sparkasse sei. Natürlich werde mittlerweile Vieles digital angeboten und genutzt, doch: „Wir leben von einer guten, persönlichen Beziehung zu den Kunden.“ Und das werde auch sehr gern angenommen.

Mehr Kunden nehmen Kredite auf

Besonders erfreut sind die Sparkassenchefs über das Wachstum im wichtigsten Geschäftssegment: dem Kundenkreditgeschäft. Dieses sei gegenüber 2020 um 103 Millionen Euro (8,3 Prozent) gestiegen und mache allein rund 90 Prozent der Bilanzsumme aus. E

in großes Wachstum habe es vor allem im Wohnbausektor gegeben, so Bertram, wozu auch Sanierungen oder der Kauf von Immobilien gehören. Diese Entwicklung führen die Vorstände auf das nach wie vor niedrige Zinsniveau und die zuletzt aufkommende Inflation zurück. Wobei durch die Pandemie wohl der Kauf oder Bau eines eigenen Zuhauses für viele Menschen noch mehr in den Fokus gerückt sei.

Investitionen werden aufgeschoben: Sparkasse profitiert

Ein deutliches Wachstum um 96 Millionen Euro (11,8 Prozent) habe es aber auch bei den Kundeneinlagen (Giro- und Tagesgeldkonten) gegeben, berichtet Weber. Auch dies könnte mit den coronabedingten Einschränkungen zusammenhängen, weil weniger Geld ausgegeben wurde oder größere Investitionen aufgeschoben worden seien.

Eine Ursache sieht Weber aber auch in der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank. Offenbar wollten viele Kunden ihr Geld kurzfristig verfügbar haben, um flexibel reagieren zu können, auch wenn es dafür keine Zinsen gibt. Und so habe es beim Bestand an Girokonten einen Zuwachs um fast 1800 auf nun gut 18.000 gegeben.

Es legen aber auch mehr Menschen ihr Geld an

Während die einen Kunden so eher ihr Geld sparen würden, gehe aber auch der Trend weiter hin zu Anlagen in Wertpapieren, berichten Weber und Bertram. Dort sei der Gesamtumsatz um 13,8 Prozent auf 84 Millionen Euro gestiegen. Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase und der steigenden Inflation sei dies auch ratsam, wenn man Erträge erzielen wolle und der Wert der Ersparnisse nicht stetig sinken solle.

Die Reichenauer Sparkassenchefs empfehlen dabei, nicht alles auf eine Karte zu setzen, sondern die Anlagen breit zu streuen und auch Anlageklassen mit einer höheren Renditechance zu nutzen. „Dieser Strategie folgen immer mehr unserer Kunden“, so Bertram.

Neue Filiale im Göldern, kürzere Öffnungszeiten anderswo

Als erfolgreich erweise sich bisher für die Sparkasse auch die Investition in die neue Geschäftsstelle im Gewerbegebiet Göldern beim Lindenbühl. Diese wurde im April eröffnet und werde von den Kunden gut angenommen, erklärt Bertram. Offenbar komme die Nähe zu den dortigen Einkaufsmöglichkeiten gut an.

Dadurch hätten sich aber auch die Kundenströme von anderen Geschäftsstellen etwas dorthin verlagert, gerade bei Ein- und Auszahlungen. Im Zuge dessen und auch weil mehr Kunden das Online-Banking nutzen, habe man die Öffnungszeiten in den Filialen in der Waldsiedlung sowie in Hegne und Kaltbrunn reduziert, wobei Bertram betont: „Uns war es wichtig, dass wir an diesen drei Standorten vor Ort bleiben.“ Es seien keine Schließungen geplant, fügt Weber an.

Veränderte Abläufe durch Corona

Ganz normal verlief auch bei der Sparkasse der Betrieb in der Pandemie nicht. Um hier keinen Infektionsherd entstehen zu lassen, und die Gesundheit von Mitarbeitern und Kunden zu schützen, habe man auf diverse Maßnahmen gesetzt – wie Homeoffice, Einzelbüros oder die Aufteilung in Teams aus verschiedenen Sparten.

Zudem habe man bereits vier Impftage durchgeführt für Mitarbeiter und deren Angehörige. „Dieses Angebot wurde sehr gut angenommen“, berichtet Weber. Bisher habe es in der Belegschaft auch erst fünf Corona-Infektionen gegeben, wobei alle Ansteckungen im privaten Bereich passiert seien. Zudem habe es rund 20 Fälle gegeben, in denen Mitarbeiter als Kontaktpersonen in Quarantäne mussten.

Investitionen in Aus- und Weiterbildung

Weber und Bertram freut das Gesamtergebnis 2021 auch deshalb besonders, weil es ihr erstes Jahr als neues Vorstands-Duo war (Weber war zuvor etliche Jahre zweiter Vorsitzender neben Johann Roth). Man habe die Sparkasse kontinuierlich weiterentwickeln wollen und dies sei offenbar gelungen, so Weber.

Das Wichtigste dabei sei aber gewesen, dass die Mitarbeiter trotz der erschwerten Bedingungen weiter voll mitziehen, betont er. „Dafür sind wir außerordentlich dankbar.“ Und Bertram betont: „Das ist der Erfolg unserer 150 Mitarbeiter.“

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Und in deren Aus- und Weiterbildung investiere man auch weiterhin. Aktuell habe man bei der Bezirkssparkasse zwölf Auszubildende. Und im Jahr 2021 hätten 18 Mitarbeiter Weiterbildungsprogramme erfolgreich abgeschlossen.