Wie so oft in den vergangenen Jahren reagiert die Gemeinde mit einem Bebauungsplan auf ein unerwünschtes Baugesuch. Der Bauherr möchte ein Wohnhaus an der Straße Im Genslehorn errichten. Auf dem Grundstück steht ein Gewächshaus, das teilweise entfernt werden soll. Bürgermeister Wolfgang Zoll erinnerte daran, dass der Gemeinderat dieses Baugesuch vor der Sommerpause abgelehnt und für einen Bebauungsplan votiert hatte. Bei der Baurechtsbehörde im Landratsamt hat die Gemeinde die Zurückstellung des Baugesuchs beantragt, um ihre Entwicklungsziele im Plan zu definieren.

Abstand zwischen Häusergruppen soll erhalten bleiben

Beim Plangebiet handelt es sich um einen Bereich ganz im Westen der Insel Reichenau, zwischen Niederzell und Campingplatz Sandseele. Der eigentliche Geltungsbereich des Bebauungsplans, für den der Gemeinderat nun den Aufstellungsbeschluss gefasst hat, ist aber enger gefasst und zweigeteilt, weil dazwischen und darum herum Landschaftsschutzgebiet mit vielen Gewächshäusern ist, wie Petra Eisenbarth, die Leiterin des Ortsbauamts, und Planerin Bettina Nocke erläuterten. „Das Landschaftsschutzgebiet ist ausgenommen, weil das nicht überplant werden darf“, erklärte Eisenbarth. Der neue Bebauungsplan umfasst laut Nockes Entwurf die Bereiche der Straßen Zum Sandseele, Im Genslehorn, Auf der Halde und Niederzeller Straße sowie einen Teil der von dieser abzweigenden Riedstraße. Etliche Anwohner verfolgten als Zuhörer die Sitzung.

Für eventuelles Zitatbild: Das Reichenauer Rathaus soll endlich barrierefrei saniert werden mit einem Lift im Inneren. Denn der Zugang über die Außentreppe ist nur für gesunde Menschen wie die Leiterinnen des Ortsbauamts Bettina Grathwohl (links) und Petra Eisenbarth problemlos möglich. Bild: Thomas Zoch
Für eventuelles Zitatbild: Das Reichenauer Rathaus soll endlich barrierefrei saniert werden mit einem Lift im Inneren. Denn der Zugang über die Außentreppe ist nur für gesunde Menschen wie die Leiterinnen des Ortsbauamts Bettina Grathwohl (links) und Petra Eisenbarth problemlos möglich. | Bild: Zoch, Thomas
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Nocke erläutert im Entwurf, dass wie bei anderen Bebauungsplänen auf der Insel das Entwicklungskonzept der Gemeinde als Grundlage diene. „Bei allen Baumaßnahmen muss beachtet werden, dass der Streusiedlungscharakter erhalten bleibt“, schreibt Nocke. Dazu müsse das Zusammenwachsen von Siedlungssplittern unterbleiben. Vielmehr müssten zwischen Häusergruppen und Einzelgebäuden deutliche Zäsuren erhalten bleiben. Im Planungsgebiet sehe es folgendermaßen aus, so Nocke: „Nach dem Entwicklungskonzept gibt es eine Baulücke auf der Südseite der Straße Im Genslehorn.“ Und zudem auf deren Nordseite ein noch nicht bebautes Grundstück. Viel mehr dürfte voraussichtlich auch der Bebauungsplan nicht zulassen.

Für Online-Hinweis: Der Reichenauer Gärtner Egino Wehrle hat einen der größten Betriebe auf der Insel. In diesem Gewächshaus naut er zudem Biogemüse an – aktuell Tomaten. Geschäftsführer Johannes Bliestle (links) von der Reichenauer Genossenschaft erklärt, dass der Bioanbau einen zunehmend größeren Anteil bei der Produktion ausmacht. Bild: Thomas Zoch
Für Online-Hinweis: Der Reichenauer Gärtner Egino Wehrle hat einen der größten Betriebe auf der Insel. In diesem Gewächshaus naut er zudem Biogemüse an – aktuell Tomaten. Geschäftsführer Johannes Bliestle (links) von der Reichenauer Genossenschaft erklärt, dass der Bioanbau einen zunehmend größeren Anteil bei der Produktion ausmacht. | Bild: Zoch, Thomas

Diskussion über Namen des Bebauungsplans

Den Plan wollte die Verwaltung schlicht Genslehorn nennen. Ralf Blum (CDU) meinte, dies sei zu undeutlich und könnte Bürger verwirren. Eisenbarth erklärte, bei der Offenlage könne jeder den Plan und die genaue Abgrenzung einsehen. Auf Anregung von Matthias Graf (CDU) heißt der Plan nun aber Genslehorn-Mutschelleren, womit das Gebiet näher beschrieben sein soll. Ins Plangebiet werden zudem auf Antrag von Graf und Thorsten Schneider (Freie Wähler) noch zwei kleine angrenzende Bereiche vorläufig aufgenommen. Eisenbarth meinte, es könne sein, dass das Landratsamt dies wieder geändert haben wolle. Ebenso könnte aber auch der Gemeinderat bis zur ersten Offenlage die Umgrenzung des Plangebiets noch einmal ändern.