Das Landesamt für Denkmalpflege und die Gemeinde Reichenau wollen noch mehr tun für den Erhalt und die Vermittlung des Weltkulturerbes. Hierzu soll ein Managementplan fürs Welterbe beitragen. Darin wird der Istzustand beschrieben, und in einem Handlungskonzept werden Ziele und Maßnahmen festgelegt.

Begonnene Arbeit soll zu Ende geführt werden

Vor zwei Jahren hatte das Landesamt hierfür extra eine auf vier Jahre befristete Projektstelle geschaffen. Die Konstanzer Diplom-Geografin Daniela Paas übernahm die Aufgabe. Doch leider ist sie bereits seit längerer Zeit erkrankt. Nun hat das Landesamt eine weitere, auf zwei Jahre befristete Stelle geschaffen für die Krankheitsvertretung. Die Bauhistorikerin und Denkmalpflegerin Ulrike Laible soll nun die von Paas begonnene Arbeit weiter und zu Ende führen.

Laible und Volkmar Eidloth, der Fachgebietsleiter fürs Welterbe im Landesamt, stellten sich und das Projekt im Gemeinderat vor. Einen solchen Managementplan halte die Unesco für zunehmend wichtig und fordere einen solchen auch für Orte, die schon länger Welterbestätten seien, sagte Eidloth. Es gehe darum, dass mit dem Welterbe pfleglich umgegangen werden und eine gesunde Entwicklung möglich sein solle.

„Wir haben die ganze Insel im Blick.“
Volkmar Eidloth, Fachgebietsleiter

Laible erklärte, sie habe schon jahrelange Erfahrung mit Welterbe, sei Managerin hierfür in Bamberg gewesen. Und wie auf der Reichenau handele es sich dort um ein Flächendenkmal. „Ein Managementplan ist kein Ungeheuer“, meinte sie, um Befürchtungen vorzubeugen. Aufgenommen würden darin verschiedene Aspekte wie etwa Naturschutz, Strukturen der Insel, Tourismus oder Verkehrsplanung – jeweils unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes. Eidloth fügte an: „Wir haben die ganze Insel im Blick.“

Entwicklung habe dem Welterbe-Image bereits geschadet

Und beide betonten, dass der Plan auch fortgeschrieben werden solle. Laible erklärte, dass sie hauptsächlich an ihrem Dienstort Esslingen arbeiten werde. Sie werde aber bei Besprechungen unterschiedlicher Art auf der Reichenau dabei sein. Und Eidloth sagte, er hoffe, dass Daniela Paas bald wiederkomme.

Ines Happle-Lung (Freie Liste Natur) meinte, dieser Plan komme eigentlich fast zu spät. Die Entwicklung auf der Insel in den vergangenen Jahren habe dem Welterbe-Image bereits geschadet. Bürgermeister Wolfgang Zoll dagegen erklärte, er freue sich, dass das Landesamt eine zusätzliche Stelle finanziere.