Reichenau Neue Kommission soll Reichenauer Weltkulturerbe fördern

Hochrangige Vertreter vieler Institutionen werden sich in Zukunft für das Wohl des Weltkulturerbes Reichenau an einen Tisch setzen. Die neue Kommission soll eine gemeinsame Strategie für den Erhalt und die Weiterentwicklung vorlegen.

Mit einer hochrangig besetzten Kommission soll das Reichenauer Weltkulturerbe künftig verstärkt und unkomplizierter erhalten beziehungsweise gefördert werden. Mit an einem Tisch sitzen dabei die leitenden Personen aller Institutionen, die für das Welterbe schon bisher Verantwortung tragen (siehe Info). Nun haben sie sich aber zur Entwicklung einer gemeinsamen Strategie, zur regelmäßigen und frühzeitigen Abstimmung sowie zur Entwicklung von konkreten Projekten gegenseitig verpflichtet. Das gemeinsam erarbeitete Statut, in dem Rechte, Pflichten und Ziele formuliert sind, wurde nun unterzeichnet.

„Wir haben einen sehr wichtigen Schritt getan“, meinte dazu Bürgermeister Wolfgang Zoll, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Stiftung Welterbe Klosterinsel Reichenau ist. Letztere hatte die neue Kommission zur Welterbekoordination angeregt, nachdem sie sich in den vergangenen Jahren eher schwer getan hatte, Sponsoren und Zustifter für Welterbe-Projekte zu finden. Deren Vorsitzender Karl Wehrle meinte nun: „Das ist ein richtiger Schub für das Welterbe.“ Dabei gehe es auch um den Bildungsauftrag, die Vermittlung der Klostergeschichte.

Gemeinsam für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Weltkulturerbes

Der erste elementare Schritt hierfür sei der Bau der Museen mithilfe der Landesstiftung gewesen. Zoll erklärte den grundlegenden Unterschied zur bisherigen Vorgehensweise. Bei Projekten wie etwa der Neugestaltung des Klostergartens, für die seit einiger Zeit die Planung läuft, sei in der Vergangenheit zwischen den Institutionen nur anlassbezogen zusammengearbeitet worden. Nun werde die Herangehensweise umgekehrt. Es werde nicht auf Probleme reagiert, sondern alle Institutionen verständigen sich darauf, was wichtig und nötig sei – zum Beispiel der Erhalt der Kunstschätze im Münster. Das Projekt Neugestaltung der Münsterschatzkammer werde die Erzdiözese sicher bald in der Kommission vortragen.

„Wir werden uns auf dieser Leitungsebene etwa einmal jährlich treffen“, so Zoll. Wehrle fügte an, die nächste Runde sei im März 2016 geplant. Dabei solle es auch konkreter um Projekte gehen. „Dann wird es relativ bald einen Maßnahmenkatalog geben können“, meinte er. Für die Umsetzung würden dann jeweils Arbeitsgruppen mit Fachleuten aus den zuständigen Institutionen gebildet, so Zoll und Wehrle.

Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer erklärte: „Wir begrüßen das sehr. Das ist Ausdruck eines ganzheitlichen Ansatzes.“ Es gehe darum, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, zum Erhalt und zur Weiterentwicklung des Welterbes. Und wichtig dabei sei, dass dies auch zum Wohl der Menschen, die hier leben, geschehe. Der erste Landesbeamte Philipp Gärtner betonte, das Landratsamt begrüße diesen Ansatz ebenso. Zumal er kaum einen anderen Ort kenne, wo so viele verschiedene Interessen auf engstem Raum aufeinander treffen. Da seien sicher spezifische Strukturen wie die nun gegründete Kommission gut.

Einmalig enge Verknüpfung zwischen Kirche und Tradition 

Der katholische Seelsorger Pater Stephan Vorwerk erklärte, diese breite Unterstützung sei hilfreich für die Kirchengemeinde. Denn diese lebe die große Tradition weiter. „Letztlich geht es darum, dass der Ort einlädt zur Gottsuche.“ Abteilungsleiter Johannes Baumgartner vom Erzbischöflichen Ordinariat betonte ebenso, neben den reinen Bauaufgaben gehe es darum, diese lebendige Tradition zu unterstützen, zumal kaum ein anderes Welterbe so eng mit der Kirche verknüpft sei.

Professor Claus Wolf, der Präsident des Landesamts für Denkmalpflege, fügte an: „Es geht nicht nur darum, wie man Kirchen erhält.“ Die ganze Insel sei Welterbe. Wolf erklärte, in seinem Amt werde nun eigens die neue Stelle eines Welterbe-Koordinators geschaffen, der die Geschäftsführung der Kommission übernehme. Thomas Steier, der Leiter des Konstanzer Amts Vermögen und Bau, erklärte, man werde gern den baulichen Sachverstand einbringen.,

 

Die Institutionen

Sie schicken in der neu gegründeten Kommission Welterbekoordination Klosterinsel Reichenau ihre Vertreter: die katholische Kirchengemeinde Reichenau, die Gemeinde Reichenau, das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg, das Erzbischöfliche Bauamt Konstanz, das Landesamt für Denkmalpflege, das Regierungspräsidium Freiburg, Vermögen und Bau Baden-Württemberg Amt Konstanz, das Landratsamt Konstanz sowie die Reichenauer Stiftung Welterbe. (toz)

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