Nach rund vier Monaten Baustopp tut sich wieder was auf der Baustelle des Discounters Lidl im Reichenauer Gewerbegebiet Göldern-Ost. Der Bau für eine moderne Filiale sowie einen dm-Markt gehen endlich weiter. Lidl hatte die Arbeiten gestoppt, weil es Probleme mit dem Untergrund gab. Umfangreiche Bodenuntersuchungen wurden daher noch einmal vorgenommen. Die Lidl-Pressestelle, die sich bisher nicht näher hatte äußern wollen, erklärte nun hierzu: "Die Auswertungen und Messungen des von uns beauftragten Gutachters haben ergeben, dass zusätzliche Stahlpfähle in den Boden eingebracht werden müssen, um die Last der Filiale tragen und die geforderte Sicherheit im Setzungsverhalten einhalten zu können. Diese Maßnahme wurde vergangene Woche umgesetzt." Nun könne mit den Fundamentarbeiten fortgefahren werden.

Während des langen Baustopps war das Gerücht umgegangen, es seien bereits eingebrachte Pfähle zur Stabilisierung und dadurch Teile des bereits errichteten Mauerwerks abgesackt und dieses müsse möglicherweise wieder abgerissen werden. Dieses Gerücht hatte Lidl Anfang August dementiert. Und offenbar trifft es auch nicht zu. Bürgermeister Wolfgang Zoll sagte: "Sie bauen weiter in der vorher ausgeführten Form. Es wird nichts abgerissen." Details zu den Untersuchungen habe er aber keine bekommen. "Die Darstellung war: Es gibt kein Problem." Die ursprünglich für kommenden November geplante Eröffnung solle nun im Frühjahr 2018 sein, wie bereits zu vermuten war.

Dass der Baugrund in Seenähe sehr schlecht ist, war Lidl beim Kauf des knapp 9300 Quadratmeter großen Grundstücks für 2,1 Millionen Euro bekannt, so der Bürgermeister. Beim Spatenstich im März hatte der Architekt erklärt, zur Stabilisierung müssten rund 200 Stahlpfähle bis zu 15 Meter tief in den Boden gerammt werden. Die Untersuchungen haben nun bestätigt, dass dies nicht ausreichend war. Die Neubauleitung Singen hatte zum Beispiel für den Bau des angrenzenden Kindlebildknotens deutlich mehr Pfähle eingesetzt.

Unsicherer Boden

Laut Gutachten der Neubauleitung Singen für den Bereich Kindlebild gibt es bis in eine Tiefe von zwölf bis 20 Metern unsicheren Grund in verschiedenen Schichten. Der Untergrund in Göldern-Ost sei aber nicht überall gleich schlecht, so der Ingenieur Burkhard Raff, der die Erschließung des Gewerbegebiets machte. Das könne von Meter zu Meter anders sein. (toz)