Vom Hafen über das Rathaus, den Bauhof bis zum Schloss Königsegg: Die Gemeinde Reichenau will Mittelzell in den kommenden zehn Jahren eine Schönheitskur verpassen. Die Projektkosten liegen bei 6,8 Millionen Euro. Die Gemeinde kann mit bis zu 60 Prozent an Zuschüssen rechnen, also mit mehr als vier Millionen Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Die ersten 900.000 Euro vom Land seien bereits zugesagt, sagt Bürgermeister Wolfgang Zoll. Er kommt zu dem Schluss: „Der Einstieg in die Sanierung Kernort Mittelzell ist gelungen. Zu gegebener Zeit können weitere Anträge auf Aufstockung der Fördermittel beim Land gestellt werden“. Gefördert würden allerdings ausschließlich öffentlichen Projekte, keine privaten Modernisierungen und Instandsetzungen.

Die große Wiese zwischen Pirminstraße und Obere Ergat ist ebenfalls Teil des Sanierungsgebiets Kernort Mittelzell.
Die große Wiese zwischen Pirminstraße und Obere Ergat ist ebenfalls Teil des Sanierungsgebiets Kernort Mittelzell. | Bild: Nikolaj Schutzbach

In einer vorbereitenden Untersuchung wurde das Alter der im Sanierungsgebiet stehenden Gebäude erfasst. Rund ein Viertel entstanden vor 1800, fünf Prozent im 19. Jahrhundert und zehn Prozent in den Jahren von 1900 bis 1948. Somit stammen rund 60 Prozent aus der Zeit nach 1948.

Gut zwei Drittel der Gebäude weisen keinen oder nur geringen Sanierungsbedarf auf. Bei 21 Prozent stellte die Untersuchung mittlere und bei 12 Prozent erhebliche Mängel fest.

Die Rückseite des Südflügels des Klosters, das heutige Rathaus der Gemeinde Reichenau, ist für die Sanierung vorgesehen.
Die Rückseite des Südflügels des Klosters, das heutige Rathaus der Gemeinde Reichenau, ist für die Sanierung vorgesehen. | Bild: Nikolaj Schutzbach

Eine weitere Erkenntnis der Untersuchung ist, dass sich 43 Prozent der Befragten im Projektgebiet durch Lärm belästigt fühlen, der vor allem dem Verkehr geschuldet ist. Aus der Umfrage ergab sich zudem, dass Verbesserungen bei Verkehr und Parken, Wochenmarkt, Bürgerzentrum und Schwimmbad gewünscht werden.

Auf dem Bauhofgelände soll Neues entstehen, etwa Wohnungen und ein Bürger- und Kulturzentrum. Es ist geplant, die Altbauten abzureißen.
Auf dem Bauhofgelände soll Neues entstehen, etwa Wohnungen und ein Bürger- und Kulturzentrum. Es ist geplant, die Altbauten abzureißen. | Bild: Nikolaj Schutzbach