So kann es nicht weitergehen, sagt sich Markus am Anfang der Geschichte. Und dann stellt er sein Leben auf den Kopf. Er bricht aus der scheinbaren Idylle mit seiner Ehefrau Sabine im Einfamilienhaus in Konstanz aus. Nach einem Streit fliegt er mit einer anderer Frau zum Urlaub in die Karibik.

Er verliert seinen Job, die Ehe und Freundschaften gehen in die Brüche. Aber Markus hat auch noch ein Geheimnis, das er schon lange mit sich herumträgt – und das Hoffnung macht.

Der Verlag nennt Stockers Debüt einen „Bodenseeroman„

Markus ist die Hauptfigur im ersten Roman von Merit Stocker mit dem Titel „Morgen hätte ich es dir gesagt“. Der Verlag nennt es einen Bodenseeroman, weil die Geschichte hauptsächlich in Konstanz und Meersburg spielt. Aber die 65-jährige gebürtige Reichenauerin erklärt: „Ich habe nicht gedacht, ich schreibe einen Bodenseeroman.“

Die Schauplätze dürften viele kennen

Sie habe das Ganze hier nur lokalisiert, weil sie die Gegend kenne. Und so kommen vertraute Plätze vor wie die Autofähre, die Weinhandlung Fritz in der Niederburg oder das Paradies – wo Markus einen Strafzettel bekomme, wie sie lachend anmerkt. Aber ihr gehe es nicht um Landschaften und Orte, sondern um die Hauptfigur.

„Er will es allen recht machen, was so nicht gelingt. Es geht darum, dass er einen Weg findet, seine Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen“, erklärt Stocker. Und auch wenn es kein Krimi sei, stecke in der Geschichte schon ein bisschen kriminelle Energie, meint sie: „Es wird viel gelogen.“

Aber es gebe schließlich ein Happy End, verrät sie. „Das war mir wichtig. Ich mag keine Geschichten, die schlecht ausgehen.“ Und sie habe recht schnell einen Verlag gefunden, der das Ganze gut genug für eine Veröffentlichung findet. Wobei sie anmerkt, sie schreibe nicht, um Geld zu verdienen, sondern weil es ihr Spaß mache.

Von der Grafikerin zur Mainau-Gärtnerin zur Autorin

Merit Stocker lernte Grafikerin, arbeitete als Gärtnerin auf der Mainau, war Hausfrau und Mutter und danach im Anzeigenverkauf tätig. Seit zehn Jahren lebt sie in Konstanz. Und nun im Ruhestand will sie weiter Bücher schreiben. Ein zweiter Roman, der eine völlig andere Geschichte erzähle, sei fast fertig.

Außerdem hat sie im Eigenverlag Edition Winterwork in den vergangenen Jahren zwei Bücher herausgegeben: das satirische Werk „Mein lieber Schwan“ über Partnersuche im Internet und das Kinderbuch „Ingo Pingo fährt nach Urlaub“. Letzteres habe sie vor bereits 29 Jahren für ihre eigenen Kinder getextet und selbst bebildert.

Ihr erster Roman ist nun im Juli im Silberburg-Verlag Tübingen erschienen. Ihre erste Lesung gestaltet Merit Stocker am Samstag, 5. Oktober, um 17 Uhr im Museumscafé auf der Insel Reichenau. Dort, in ihrer früheren Heimat, spiele auch ein Großteil ihres zweiten Romans, verrät die Autorin schon mal.