Orange steht für die Insel Reichenau, Grün für die Waldsiedlung und Blau für den Reichenauer Bahnhof. Das Prinzip des Reichenauer Mitfahrsystems Au mit ist ganz einfach. Wer ohne eigenes Verkehrsmittel von der Insel aufs Festland möchte oder umgekehrt, kann sich auf den entsprechenden farbigen Sitzwürfel setzen und damit vorbei fahrenden Autofahrern sein Wunschziel signalisieren. Seit einem halben Jahr gibt es die bunten Sitzgelegenheiten an fünf Orten in der Gemeinde.

Interesse: ja. Größere Bekanntheit: noch nicht

Sie stehen bei Bushaltestellen in Ober-, Mittel- und Niederzell und dem Bahnhof sowie an der westlichen Einfahrt zur Waldsiedlung. Au mit ist als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr gedacht. Es stoße auch auf Interesse, berichtet die Initiatorin Ines Happle-Lung.

Sie kenne einige Leute unterschiedlichen Alters, die das gut fänden und gern nutzten. Negative Reaktionen habe sie noch keine gehört. Sie habe auch schon selbst Fahrgäste mitgenommen, sagt Happle-Lung.

Ines Happle-Lung: „Eine Art Gleichgültigkeit der Gemeinde“

Die ehemalige Gemeinderätin ist überzeugt: Es könnten noch viel mehr Bürger diese Möglichkeit der kostenlosen Mitfahrt nutzen. „Ich glaube, die Leute sind einfach noch zu wenig informiert.“ Es brauche seine Zeit, bis sich so ein System etabliert habe. Bis dahin müsste mehr geworben werden, und zwar von der Gemeinde, fordert Happle-Lung.

Sie habe schon mehrfach vergeblich angeregt, im Mitteilungsblatt darauf hinzuweisen. „Ich habe das Gefühl, dass es eine Art Gleichgültigkeit gibt in der Gemeinde“, erklärt Happle-Lung. Dabei sollte diese doch ein Interesse daran haben, die Ergänzung des ÖPNV zu bewerben.

Zudem habe sie bei der Verwaltung den Wunsch nach Verbesserungen geäußert, zum Beispiel Infos zu Au mit an den Haltestellen.

In Oberzell sind die farbigen Sitzwürfel von Au mit an der Bushaktestelle nicht so gut zu sehen – erst recht, wenn dort in der Bushaltebucht wie hier auf dem Bild verboten geparkt wird.
In Oberzell sind die farbigen Sitzwürfel von Au mit an der Bushaktestelle nicht so gut zu sehen – erst recht, wenn dort in der Bushaltebucht wie hier auf dem Bild verboten geparkt wird. | Bild: Zoch, Thomas

Die Sitzwürfel in Oberzell seien ungünstig platziert, schlecht zu sehen und zudem oft von Falschparkern in der Busbucht verdeckt. Happle-Lungs vorläufige Bilanz lautet daher: „Ich bin noch nicht zufrieden. Es braucht schon einen langen Atem.“