Mit dem Bebauungsplan Felchenweg klopft die Verwaltung die bestehende Siedlungsstruktur mit einigen wenigen Ergänzungen fest. Inzwischen sind die Stellungnahmen aus der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung und Behördenanhörung bewertet worden. Der Gemeinderat beschloss, den Vorschlägen der Planer und der Verwaltung im Wesentlichen zu folgen und nahm nur Feinabstimmungen vor.

Einen größeren Anpassungsbedarf und Verfeinerung erforderte das südwestlich gelegene Eck, das nahe an einer Werft liegt. Um späteren Lärmbeschwerden aus dem Weg zu gehen und sich daraus möglicherweise ergebende Betriebseinschränkungen zu vermeiden, wurde der westliche Teil des Flurstücks 3348 mit dem bestehenden Wohnhaus aus dem Bebauungsplan herausgenommen.

Im östlichen Teil kann ein Wohnhaus abgerissen werden

Der östliche Teil des Grundstücks mit einem kleinen Nebengebäude liegt in ausreichender Entfernung zur Werft, sodass dieses im Bebauungsplan bleibt. Seit dem Jahr 2002 gibt es eine Baugenehmigung, wonach das oben genannte Wohnhaus abgerissen und durch ein Gebäude mit fünf Wohneinheiten ersetzt werden kann. Dieses Recht – es wurde bis 2020 verlängert – ist damit nicht mehr eingeschränkt.

Eine neue Beschlusslage gibt es jetzt auch für die Balkone. Sie dürfen nur an der Giebelseite gebaut werden. Die Stellplatzverpflichtung wird auf zwei erhöht, was das Polizeipräsidium Konstanz ausdrücklich begrüßt.

Umwidmungen von Gärten oder landwirtschaftlichen Flächen gibt es nicht

Entsprechende Anträge von Eigentümern lehnte der Rat ab. Auch eine Nachverdichtung erfolgt nicht, sodass gerade mal ein neues und ein erweitertes Baufenster für je ein Wohnhaus in bestehenden Lücken festgeschrieben wurden, die noch nicht mit Wohnhäusern belegt sind. Die Gemeinde folgt damit strikt ihrem Entwicklungskonzept, das die Bauflächen bis zum Jahr 2030 vorschlägt.

Im Gebiet Felchenweg sind keine neuen Bauflächen vorgesehen

Die Denkmalpflege im Regierungspräsidium weist in einer Stellungnahme noch einmal darauf hin, dass zum Weltkulturerbe Reichenau auch die überlieferte Siedlungsstruktur gehöre. Im Plangebiet liegt das Haus der Bodenseedichterin Lilly Braumann-Honsell, das Wohnhaus Schlossstraße 17, welches 1922 von Konsul Erwin Klinger für die Sommerfrische erbaut worden war.

Die beiden Rebbauernhäuser Felchenweg 1 (wahrscheinlich frühes 19. Jahrhundert) und Schlossstraße 11 (wohl um 1800 erbaut) werden ebenfalls genannt. Wie Planer und Verwaltung betonen, liegt die Mauer beim Schloss Königsegg entlang der Schlossstraße nicht im Plangebiet.

Der Rat beschloss den Entwurf des Bebauungsplanes einstimmig. Es folgt nun die öffentliche Auslegung, mit der erneuten Möglichkeit für Einwendungen. Mit einem sich daran anschließenden Beschluss des Gemeinderats wird der Plan dann rechtskräftig.