Trotz der Winterstürme ist Gemeindeförster Martin Kreutz zuversichtlich. Zu den Sturmschäden im Reichenauer Wald meinte er im Gemeinderat bei der Vorstellung des Wirtschaftsplans fürs Jahr 2018: "Wir fangen das alles auf." Bei Sturmholz liege der Ertrag nur rund zwei Euro unter dem Normalholzeinschlag, sagte er auf Nachfrage von Ines Happle-Lung (Freie Liste Natur). Für Fichten-Stammholz ohne Schäden, was das Hauptsortiment sei, rechne er ähnlich wie im Vorjahr mit 76 Euro pro Festmeter. "Das läuft relativ ordentlich", erklärte Kreutz zum Absatz. "Der Holzmarkt ist ausgeglichen." Was nicht so gut laufe, sei Kiefer-Stammholz.

Der Förster rechnet im Wirtschaftsplan 2018 mit einem Gewinn von 13 870 Euro – einiges mehr als im Vorjahr, in dem er mit knapp 5000 Euro kalkulierte. Geplant sei wieder ein Hiebsatz von rund 3000 Festmetern. Dies entspreche den Vorgaben der Forstdirektion. Insgesamt erwarte er aus der Holzernte Einnahmen in Höhe von 154 000 Euro, 2700 aus den Jagdpachten sowie 2000 Euro aus Dienstleistungen wie Christbaumverkauf, den es in diesem Jahr wieder geben solle. Den Aufwand für die Holzernte, für die neben den Waldarbeitern auch teils Unternehmen mit Geräten engagiert werden, hat er mit 43 000 Euro eingeplant.

Ob vom Jahr 2017 ein Gewinn bleiben wird, ist noch unklar. "Wir sind ganz schön durchgeschüttelt worden", erklärte Kreutz. Von der Holzernte seien 26 Prozent Borkenkäferholz gewesen und zwei Prozent durch Dürreschäden mitgenommen. Im Falle von Schadholz würden entsprechend weniger gesunde Bäume geschlagen, um den Gesamthiebsatz einzuhalten. "Ich meine, dass wir damit eine gute Strategie fahren", so der Förster auf Nachfrage von Ralf Blum (CDU). Wo es die Käferschäden gegeben habe, werde er Buchen und Blaufichten nachpflanzen.

Auf die Frage von Sandra Graßl-Caluk (SPD), warum er kaum Eichen pflanze für künftige Generationen, erklärte Kreutz, eine Eichenkultur aufzuforsten käme mit 5000 Euro pro Hektar etwa doppelt so teuer wie Fichten.