Ihren Teil zur Förderung der Elektromobilität will die Gemeinde Reichenau durch die Schaffung der nötigen Infrastruktur beitragen. So ließ sie vor einigen Wochen die ersten drei E-Ladesäulen auf dem Parkplatz in Oberzell neben dem dortigen Trafohäuschen auf der Insel Reichenau aufstellen. Und prompt fuhr ein Autofahrer eine der Säulen an und beschädigte diese so stark, dass sie derzeit nicht funktionsfähig sei, so Bürgermeister Wolfgang Zoll im Gemeinderat. Der Betreffende habe Fahrerflucht begangen, so Petra Eisenbarth, Leiterin des Ortsbauamts. Doch die Verwaltung wisse von einem Augenzeugen des Unfalls. Und der Bürgermeister betonte, die Ladesäule werde so schnell wie möglich wieder instand gesetzt.

Gemeinde will die Infrastruktur ausbauen

Unabhängig davon sollen die Säulen in Oberzell nur ein erster Schritt sein, so die Verwaltung. Da die Zulassungszahlen bei Elektroautos stetig anstiegen, sei es der Gemeinde ein großes Anliegen, die nötige Ladeinfrastruktur auszubauen. Und so sollen als nächstes zwei Ladesäulen am östlichen Ende des Park-and-Ride-Platzes beim Bahnhof und dem neuen Gewerbegebiet Göldern-Ost installiert werden, so Eisenbarth. Geplant seien eine normale E-Ladesäule mit 50 Kilowatt und eine Schnellladesäule mit 150 Kilowatt, an denen Elektrofahrer ihre Autos – jeweils bis zu zwei an einer Säule – für die nächsten 100 Kilometer in etwa 20 Minuten oder schneller aufladen könnten. Die EnBW wolle diese Säulen auf eigene Kosten aufstellen, betreiben und warten, erklärte Eisenbarth. „Für uns ist das kostenfrei.“ Die Gemeinde stelle laut Vertrag für 20 Jahre die nötigen vier Parkplätze zur Verfügung, dafür behalte die EnBW die Entgelte für sich, denn im Gegensatz zu Oberzell soll das Stromtanken in Göldern nicht kostenlos sein. Und die Gemeinde dürfe dort keine Konkurrenzsäulen aufstellen.

Parkplatz erfährt eine Aufwertung

Bürgermeister Zoll meinte, der Parkplatz werde durch die Schnellladestation aufgewertet; das passe zum entstehenden neuen Nabu-Zentrum. Im Gemeinderat gab es unterschiedliche Meinungen. Stefan Schmidt (Freie Wähler) meinte, die Nutzungsdauer der Parkplätze sollte am Bedarf orientiert sein. Eisenbarth erklärte, dort könne weiterhin jeder parken. Zoll sagte, kein Mensch wisse, wie sich die E-Mobilität entwickeln werde. Wenn die Einnahmen zu gering seien, werde die EnBW die Säulen wohl wieder abbauen. Matthias Graf (CDU) dagegen meinte: „Der Markt kommt irgendwann.“ Daher sollte die Gemeinde die Möglichkeit haben, außerhalb dieser Fläche weitere Säulen aufzustellen.

Weitere Säulen sollen am Yachthafen entstehen

Auf der Insel ist das ohnehin geplant, so der Bürgermeister – etwa beim Yachthafen. Eine Bürger-Arbeitsgruppe habe sich für die Umsetzung mit ihrem Sachverstand eingebracht. Er dankte hierfür Erwin Betker, Sven Fitz und Roland Müller. „Wir müssen das Stück für Stück umsetzen“, so Zoll.