Der Fall der Familie Al-Jalam zeigt den schmalen Grat auf, auf dem Migranten wandeln, von denen Integration erwartet wird. Die Maßstäbe, an denen das Verhalten der Familie gemessen wurde, sind alle kulturell geprägt: ob beim Müll, der Ordnung oder beim Lärm. In allen Fällen ist die Toleranzschwelle in Deutschland niedriger als in vielen anderen Ländern. Dass die Nachbarn einfordern, dass ihre Schwelle nicht ständig überschritten wird, ist legitim. Hinzu kam die Körperverletzung, derer sich Omar Al-Jalam schuldig gemacht hatte und für die aus gutem Grund null Toleranz herrscht. Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Das alles bedeutet nicht, dass die Familie sich nicht anpassen kann. Integrations-Erfolge gibt es: der Kinder in der Schule, des Familienvaters bei der Arbeit. Konsequent handelt die Gemeinde: In der Mittelzeller Straße hat die Integration nicht geklappt, aber warum soll sie nicht im zweiten Anlauf funktionieren? Die Gemeinde will der Familie hierzu eine Wohnung an anderer Stelle anbieten: eine zweite Chance, sich zu integrieren. Zu hoffen ist, dass die Familie die Chance annimmt und sich nicht frustriert zurückzieht.

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