Beinahe hätten die Kunden der Reichenauer Sparkasse länger warten müssen auf die neue Filiale, die im Gewerbegebiet Göldern-Ost auf dem Festland geplant ist. Denn im Gemeinderat gab es mit acht Ja-Stimmen gegen fünf Mal Nein und einer Enthaltung nur eine knappe Mehrheit für den Bauantrag.

Grund für eine kontroverse Diskussion war, dass das dreigeschossige Gebäude mit 11,95 einen knappen Meter höher werden soll, als der Bebauungsplan vorsieht. Zudem sind auf dem Flachdach technische Anlagen in einer Einhausung geplant, die ebenfalls das zulässige Maß überschreiten.

Auf diesem Grundstück gegenüber von Lidl im Gewerbegebiet Göldern plant die Reichenauer Sparkasse eine neue Filiale mit Büroräumen zur Vermietung auf drei Etagen. Das Gebäude wird rund einen Meter höher, als es der Bebauungsplan vorschreibt. Dennoch stimmte der Gemeinderat zu. Im Hintergrund ist das neue Nabu-Zentrum zu sehen.
Auf diesem Grundstück gegenüber von Lidl im Gewerbegebiet Göldern plant die Reichenauer Sparkasse eine neue Filiale mit Büroräumen zur Vermietung auf drei Etagen. Das Gebäude wird rund einen Meter höher, als es der Bebauungsplan vorschreibt. Dennoch stimmte der Gemeinderat zu. Im Hintergrund ist das neue Nabu-Zentrum zu sehen. | Bild: Zoch, Thomas

Ortsbauamtsleiterin schlug Ablehnung des Vorhabens vor

Petra Eisenbarth, die Leiterin des Ortsbauamts, berichtete, dass der Gestaltungsbeirat das Gebäude gelobt und für eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans plädiert habe. Sie selbst fand die Überschreitungen zu massiv und schlug vor, das Vorhaben in dieser Form abzulehnen.

Warum war sie dagegen?

Es sei zu befürchten, dass dies ein Präzedenzfall werde und andere dann auch höher bauen wollten. Wobei sie einräumte, dass drei Stockwerke in der geplanten Systembauweise nicht in elf Metern unterzubringen seien. Bürgermeister Wolfgang Zoll dagegen meinte, das Gebäude sei städtebaulich akzeptabel und füge sich ein. Das sei für ihn entscheidend, nicht dass es ein Vorhaben der Sparkasse sei.

So soll der Neubau der Sparkasse im Gewerbegebiet Göldern-Ost aussehen.
So soll der Neubau der Sparkasse im Gewerbegebiet Göldern-Ost aussehen. | Bild: Sparkasse

Sparkasse will ab 2020 bauen – für rund sieben Millionen

Zudem handele es sich um ein Gewerbegebiet. „Ich habe das Gefühl, dass man sich zu sehr an Vorgaben klammert, um nicht in Verdacht zu geraten, die Sparkasse zu bevorzugen,“ sagte Zoll.

Die Sparkasse möchte nach Angabe der Direktoren im optimalen Fall Anfang 2020 mit dem Bau beginnen und bis Jahresende diesen abschließen. Die Investition liege bei rund sieben Millionen Euro.