Beim Ausbau der B33 steht die nächste Großbaustelle bevor. Bei der Reichenauer Waldsiedlung erstellt die Neubauleitung Singen südwestlich der heutigen Trasse einen Tunnel, von den Planern "Abschnitt E" genannt.

Dieser wird 470 Meter lang, erklärt Projektleiterin Kirsten Martin. An beiden Tunnelenden würden zudem so genannte offene Tröge mit Seitenwänden gebaut, durch die der Verkehr abwärts in den Tunnel fahren wird beziehungsweise aus diesem aufwärts heraus. Der Trog Richtung Allensbach werde 270 Meter lang, so Martin, der in Richtung Konstanz 70 Meter.

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Rund 170.000 Kubikmeter Erdaushub werde dabei anfallen, ein Drittel bis die Hälfte davon sollen zu Lärmschutzwällen bei Allensbach verbaut werden. Der Rest wird auf Deponien gefahren. Baubeginn soll im Januar 2019 sein. Bis zum Frühjahr 2022 soll das gesamte Bauwerk fertig sein, die Kosten liegen bei rund 51 Millionen Euro.

„Es ist eine umfangreiche Maßnahme. Das ist eine Herausforderung auch für die Baufirma, das in dieser Zeit herzustellen.“
Kirsten Martin, Projektleiterin

Was geschieht aktuell?

Derzeit sei die Baufirma dabei, die Baustelle einzurichten, erklärt Martin. Deshalb sei auch bereits der Radweg zwischen Hegne und der Waldsiedlung aus Sicherheitsgründen gesperrt, weil auf diesem nun Baufahrzeuge unterwegs seien.

Der frühere Radweg zwischen Hegne und Waldsiedlung ist wegen des Ausbaus der B33 gesperrt. Zusätzlich haben Bauarbeiter hier nahe der Waldsiedlung Asphaltplatten aufgehäuft.
Der frühere Radweg zwischen Hegne und Waldsiedlung ist wegen des Ausbaus der B33 gesperrt. Zusätzlich haben Bauarbeiter hier nahe der Waldsiedlung Asphaltplatten aufgehäuft. | Bild: Zoch, Thomas

Von der B33 aus ist direkt südlich des bisherigen Radwegs gut die neue helle Fläche nahe der Waldsiedlung zu sehen. Dort kommen die Baucontainer mit Büros hin, so die Projektleiterin. Als nächstes würden hierfür Strom- und Wasseranschlüsse gelegt und dann – bis Weihnachten – Gebüsch abgeholzt und Bewuchs abgeräumt im Bereich, wo gebaut wird. Der Tunnel beziehungsweise Trog wird dann südlich der Baucontainer verlaufen.

Der Tunnelbau bei der Waldsiedlung beginnt im Januar 2019. Derzeit richten Arbeiter die Baustelle her. Hier wird südlich der B33 nahe der Waldsiedlung eine Fläche angelegt, wo später Baucontainer und Baubüros aufgestellt werden. Südlich von dieser Fläche wird dann später der Tunnel verlaufen. Die alte B33 wird dann zur Gemeindeverbindungsstraße von der Waldsiedlung nach Hegne.
Der Tunnelbau bei der Waldsiedlung beginnt im Januar 2019. Derzeit richten Arbeiter die Baustelle her. Hier wird südlich der B33 nahe der Waldsiedlung eine Fläche angelegt, wo später Baucontainer und Baubüros aufgestellt werden. Südlich von dieser Fläche wird dann später der Tunnel verlaufen. Die alte B33 wird dann zur Gemeindeverbindungsstraße von der Waldsiedlung nach Hegne. | Bild: Zoch, Thomas

Wie wird gebaut?

Der Tunnel werde in offener Bauweise hergestellt, nicht bergmännisch, erklärt Martin. Das heißt, es wird kein Loch durch das Erdreich gebohrt, sondern eine bis zu zehn Meter tiefe Baugrube ausgehoben, auf die am Ende dann ein Betondeckel kommt. Zudem sei es eine so genannte Linienbaustelle, bei der aus Richtung Hegne sukzessive gebaut werde, so dass sich einzelne Baumaßnahmen überlappen können.

Wird der Verkehr umgeleitet?

Während Radfahrer bis zum Abschluss der Arbeiten nun an der Bahn entlang fahren müssen, soll der Verkehr auf der alten B33 weit gehend ungestört rollen, so Martin.

Der Weg nördlich der Bahnlinie hat ab dem Haltepunkt Hegne nun einen Belag, weil die Radler hier fahren müssen.
Der Weg nördlich der Bahnlinie hat ab dem Haltepunkt Hegne nun einen Belag, weil die Radler hier fahren müssen. | Bild: Zoch, Thomas

Wenn der Rohbau des Tunnels fertig sei – vermutlich Ende 2020 – werde es dann zwischen Waldsiedlung und Bahnbrücke eine provisorische kurze Umleitungsstraße geben. Dies sei nötig, weil in diesem Bereich der Tunnel an die B33 angeschlossen werde.

Was passiert als nächstes?

Nach den jetzt laufenden Vorarbeiten werden ab Januar wasserdichte Spundwände zur Sicherung der Baugrube bis zu 14 Meter tief in den Boden gerammt, erklärt Martin. Es gebe in diesem Bereich oberflächennahes Grundwasser, was eine Herausforderung bei der Planung gewesen sei. "Es darf natürlich kein Wasser in den Tunnel kommen, und in der Bauphase ist es ebenso."

Zum anderen müsse das aus nördlicher Richtung kommende Wasser so geleitet werden, dass es weiterhin die Biotope an der Bahnlinie erreiche.

Wie wird der Tunnelrohbau gemacht?

Noch bevor die Spundwände auf der ganzen Länge (rund 800 Meter) in die Erde gerammt sind, werde mit der Bodenplatte begonnen, erklärt Martin. "Seitenwände und Deckel werden dann zugleich betoniert." Ein spezielles Baugerät, ein so genannter Schalwagen, komme dabei zum Einsatz. Die Tunnelkonstruktion hat am Ende eine Höhe von sechs Meter, innen eine lichte Höhe von 4,80 Meter.

Was fehlt dann noch?

Der Tunnel wäre theoretisch ab 2021 befahrbar, zunächst müsse aber noch recht viel Betriebstechnik installiert werden, so die Projektleiterin. Zum einen gehe es um die Be- und Entlüftung. Zudem würden Ampeln und Schranken fest installiert, damit die Tunnelröhren bei Not- und Unfällen schnell geschlossen werden könnten. Oben auf den Tunnel komme eine etwa 1,50 Meter hohe Schicht Erdmaterial zur Begrünung.

Wie geht es weiter?

Wenn der Tunnel frei gegeben ist, was für Frühjahr 2022 geplant ist, wird die alte B33 zur Gemeindeverbindungsstraße zwischen Hegne und Waldsiedlung. Die dortige westliche Zufahrt wird durch einen Kreisel ersetzt. Dort mündet die Abfahrt von der vierspurigen B33 aus Richtung Konstanz, aus dem Kreisel und über den Tunnel wird die Auffahrt in diese Richtung geführt. Dies alles soll etwa im Frühjahr 2023 fertig sein, so Martin. Parallel dazu will die Neubauleitung im Frühjahr oder Sommer 2022 mit den Tunnelbauten bei Allensbach und Hegne beginnen.