In der Kirche St. Georg auf der Insel Reichenau werden die Denkmalpfleger in den nächsten Monaten wieder Gerüste aufbauen. Restauratorin Dörthe Jakobs vom Landesamt erklärt: „Wir haben gemeinsam mit der Gemeinde und dem erzbischöflichen Bauamt ein Gesamtpaket geschnürt, das man als Pflege- und Wartungsprogramm bezeichnen könnte.“ Dabei gehe es neben den Wandbildern auch um andere Wände, Fenster, die Holzausstattung und die Krypta. In Letzterer wolle man noch in diesem Jahr beginnen.

In der Kirche St. Georg auf der Reichenau gibt es viel zu tun: Zum Schutz der einzigartigen Wandbilder beginnen in Kürze Pflegemaßnahmen.
In der Kirche St. Georg auf der Reichenau gibt es viel zu tun: Zum Schutz der einzigartigen Wandbilder beginnen in Kürze Pflegemaßnahmen. | Bild: Nikolai Schutzbach
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Versalzene Putze, Staub und Schädlingskäfer müssen entfernt werden

Was im Kirchenraum noch ausgebaut werden soll, gibt es in der Krypta seit einigen Jahren: ein System zur kontrollierten Raumbelüftung und -temperierung, um Schimmelwachstum zu vermeiden. Dadurch könne aber im Mauerwerk befindliches Salz verstärkt auskristallisieren, was zu Schäden führe. Nun gehe es darum, versalzene, neuzeitliche Putze zu entfernen.

Alle weiteren Maßnahmen sollen ab dem kommenden Jahr in mehreren Bauabschnitten umgesetzt werden, so Jakobs. Zum einen müsse auf den Wandbildern mikrobiell belasteter Staub entfernt werden. Geplant sei auch ein UV-Schutz für die Fenster auf der Südseite, um Klimaschwankungen im Inneren zu reduzieren.

Denkmalpfleger wollen in den kommenden Monaten in der Reichenauer St. Georgs-Kirche wieder einmal Pflegemaßnahmen durchführen. Die einzigartigen Wandbilder müssen von Staub befreit werden und die Fenster an der Südseite (im Bild) bekommen einen UV-Schutz, damit es in der Kirche weniger limaschwankungen gibt.
Denkmalpfleger wollen in den kommenden Monaten in der Reichenauer St. Georgs-Kirche wieder einmal Pflegemaßnahmen durchführen. Die einzigartigen Wandbilder müssen von Staub befreit werden und die Fenster an der Südseite (im Bild) bekommen einen UV-Schutz, damit es in der Kirche weniger limaschwankungen gibt. | Bild: Thomas Zoch

Weitere Wartungsmaßnahmen betreffen unter anderem die Kirchenausstattung aus Holz, wie etwa die Madonna, die von Anobien, einem Schädlingskäfer, befallen sei, und die Wandreinigung in der Michaelskapelle.

Ehemaliges Forschungsprojekt zum Erhalt der Wandmalereien

Von 2015 bis 2017 hatte ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördertes Projekt zur Raumklimastabilisierung und zum Erhalt der durch Umwelteinflüsse gefährdeten Wandmalereien stattgefunden. Denkmalpfleger und Wissenschaftler untersuchten damals die Gefährdung der Wandmalereien durch Klimaschwankungen. „Messungen zu den Belastungen durch Salze, mikrobiellen Befall und Staubpartikel erbrachten neue Erkenntnisse zu den Schadensmechanismen“, erklärt Jakobs. Die Kosten für die nun geplanten Wartungsarbeiten beziffert sie mit 400 000 Euro.

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