Gespenstische Szenen vor dem dunklen Nachthimmel, 70 Feuerwehrleute im Einsatz und ein stundenlanger Kampf gegen Flammen und Glutnester: Auf der Insel Reichenau hat sich am Montagabend der schlimmste Brand seit Jahren ereignet.

In der Stedigasse stand ein Dachstuhl bereits lichterloh in Flammen, als gegen 19 Uhr die ersten Feuerwehrleute eintrafen. Die Bewohner der fünf Wohnungen in dem Haus nahe der Schiffslände konnten sich nach Angaben des Reichenauer Feuerwehr-Pressesprechers Thomas Baumgartner selbst ins Freie retten.

Zwei Bewohner waren leicht verletzt und wurden vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. 

Der ausgebrannte Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses auf der Insel Reichenau.
Der ausgebrannte Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses auf der Insel Reichenau. | Bild: Jörg-Peter Rau
Der ausgebrannte Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses auf der Insel Reichenau.
Der ausgebrannte Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses auf der Insel Reichenau. | Bild: Jörg-Peter Rau

Die Feuerwehr Reichenau alarmierte auch die Kameraden aus Konstanz. Der Reichenauer Kommandant Andreas Schlegel sagte, es habe sich schnell herausgestellt, dass den Flammen vom Boden aus nicht beizukommen war.

Mit der Drehleiter bekämpften Einsatzkräfte den Brand aus der Höhe. Auch ein Container mit Atemschutz-Material aus Radolfzell wurde angefordert, Feuerwehrleute konnten das Gebäude mit der nötigen Ausrüstung gegen 20.45 Uhr dann auch betreten. Schlegel lobte die Zusammenarbeit: "Wir sind gut aufeinander eingespielt", sagte er vor Ort.

Der brennende Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses auf der Insel Reichenau.
Der brennende Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses auf der Insel Reichenau. | Bild: Jörg-Peter Rau

Das große Mehrfamilienhaus wurde durch den Brand unbewohnbar. Die meisten Betroffenen konnten bei Bekannten unterkommen, für zwei Personen musste die Gemeinde eine Notunterkunft organisieren.

Der stellvertretende Bürgermeister Armin Okle kümmerte sich vor Ort um die Geschädigten. Der Sachschaden liegt bei mindestens 250.000 Euro, das Gebäude ist derzeit nicht mehr bewohnbar, so die Polizei am frühen Dienstagmorgen. 

Die Feuerwehr im Einsatz auf der Reichenau.
Die Feuerwehr im Einsatz auf der Reichenau. | Bild: Jörg-Peter Rau

Zahlreichen Nachbarn stand der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Kommandant Andreas Schlegel, der den Einsatz leitete, konnte zur Ursache des Feuers noch nichts sagen. Ausgebrochen war es im Dachstuhl, aus dem auch während der Löscharbeiten immer wieder kleinere Flammen schlugen.

Es sei der schlimmste Brand der vergangenen zehn Jahre, so Schlegels erste Einschätzung. Dennoch überwog die Erleichterung: "Wir sind froh, dass wir keine Opfer zu beklagen haben", sagte Pressesprecher Thomas Baumgartner.

Die Feuerwehr im Einsatz auf der Reichenau.
Die Feuerwehr im Einsatz auf der Reichenau. | Bild: Jörg-Peter Rau

Videos vom Brand und dem Feuerwehreinsatz auf der Reichenau: