Nach mehrwöchiger Vakanz einer wichtigen Stelle hat die Gemeinde Reichenau eine neue Kämmerin. An ein neues Gesicht müssen sich die Mitarbeiter im Rathaus und die Bürger nicht gewöhnen. Der Gemeinderat wählte in nicht-öffentlicher Sitzung die Diplom-Verwaltungswirtin Bettina Meier zur Leiterin des Rechnungsamts.

Die 37-Jährige ist bereits seit 2004 im Reichenauer Rathaus tätig, bis 2016 war sie dort die Stellvertreterin der früheren Kämmerer Stefan Wedelich und Tobias Schöll. Zuständig war sie dort vor allem für die Bereiche Kindergärten sowie Steuern und Abgaben.

"Der Kämmerer muss das Geld zusammenhalten"

„Mir liegen Zahlen. Das hat sich in meiner Ausbildung ergeben“, sagt Bettina Meier. Wirtschaft und Finanzen seien schon in ihrem Studium in Kehl Schwerpunkte gewesen. Sie ist erst vor zwei Jahren im Rahmen einer Umstrukturierung ins Hauptamt als stellvertretende Leiterin gewechselt war. Deshalb sei es für sie vor gut einem Jahr, als die Kämmererstelle schon einmal vakant war, kein Thema gewesen, sich zu bewerben. Als es in den vergangenen Monaten aber personelle Engpässe im Rechnungsamt gegeben hatte, habe sie die Mitarbeiter dort unterstützt. „So ist der Wunsch entstanden.“

Die Leitung habe Bettina Meier ab sofort übernommen, so Bürgermeister Wolfgang Zoll. In den vergangenen Wochen hatte sie diese Aufgabe bereits kommissarisch. Und die neue Hüterin der Gemeindefinanzen umschreibt ihre Rolle mit einer klaren Ansage: „Der Kämmerer ist derjenige, der das Geld zusammenhalten und auch mal bremsen muss. Die ganzen Projekte in der mittelfristigen Finanzplanung werden wir nicht umsetzen können. Das ist einfach zuviel, das werden wir finanziell nicht stemmen können.“ Zumal es Prognosen gebe, dass die fetten Jahre in absehbarer Zeit zu Ende gehen könnten.

Beruflich ist sie längst auf der Insel angekommen

„Die Haushaltsplanung 2019 wird nach den Sommerferien beginnen.“ Dann könne sie auch besser abschätzen, wie die finanzielle Lage der Gemeinde aussehen werde. Aktuell seien manche Projekte noch nicht in Angriff genommen, weil erst die tatsächlichen Kosten für die Rathaussanierung abgewartet würden. Die Aufstellung einer Prioritätenliste obliege dem Gemeinderat. Sie könne nur darauf hinweisen, wie sich diese finanziell auf die Gemeindefinanzen auswirke. In die Haushaltsplanungen ihrer Vorgänger Wedelich und Schöll sei sie schon mit eingebunden gewesen, habe Zahlen eruiert und Korrektur gelesen. „Natürlich gibt es jetzt viel Neues für mich.“ Als zusätzliche Aufgabe steht die Umstellung auf das neue kommunale Haushaltsrecht (Doppik) an. Zudem werde es im Rechnungsamt noch Umstrukturierungen geben. Der Posten des Stellvertreters werde noch besetzt, die Stelle des Kassenleiters sei ausgeschrieben.

Seit zwei Jahren wohnt Bettina Meier auf der Reichenau. „Beruflich fühle ich mich schon lange hier angekommen.“