Es waren bemerkenswerte Aussagen, die es beim Bürgertreff der Reichenauer Freien Wähler im Restaurant Kreuz zu hören gab. „Man kann nicht nur schimpfen“, erklärte der junge Kandidat Peter Weltin, warum er nun selbst antrete. Gemeinderat Hubert Schmidt sagte: „Auf der Reichenau gibt‘s viel Egoismus.“

Viele wollten den Tourismus oder den Gemüsebau unterstützen, aber nicht, wenn sie selbst betroffen seien. Kandidat Thorsten Schneider meinte, man müsse den Leuten beim Thema Bauen besser erklären, warum der eine etwas dürfe und der andere nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kandidaten sind sich den Herausforderungen bewusst

Die Kandidierenden Heike Schweitzer als Elternbeirätin der Schule und Johannes Deggelmann von der Feuerwehr äußerten sich verärgert über eine oft schwierige und langwierige Zusammenarbeit mit der Verwaltung. Kandidatin Kerstin Sauer erklärte, sie habe im Workshop zur Zukunftsperspektive 2030 erst richtig begriffen, dass praktisch jede Entscheidung in einem Bereich wie etwa Tourismus oder Verkehr Auswirkungen auf andere habe.

Gemeinderätin Britta Sauer-Böhm meinte: Es müssten oft schwere Entscheidungen getroffen werden, über die man lange nachdenken müsse. „Gerade die Inselthemen sind die, die einen herausfordern.“

Nach dem offiziellen Teil beim Bürgertreff der Freien Wähler diskutierten die Kandidierenden noch mit interessierten Bürgern und verteilten kleine Taschenlampen (von links): Gemeinderätin Britta Sauer-Böhm, Kerstin Sauer, Michael Heckmann und Stephan Okle.
Nach dem offiziellen Teil beim Bürgertreff der Freien Wähler diskutierten die Kandidierenden noch mit interessierten Bürgern und verteilten kleine Taschenlampen (von links): Gemeinderätin Britta Sauer-Böhm, Kerstin Sauer, Michael Heckmann und Stephan Okle. | Bild: Zoch, Thomas

Wichtige Themen werden diskutiert

Über mangelndes Interesse können sich die Freien Wähler nicht beklagen. Im Siedlerheim in der Waldsiedlung hatten sie jüngst volles Haus, ins Kreuz kamen immerhin 13 interessierte Bürger. Einige sorgten für eine rege Diskussion nach der Kandidatenvorstellung. Die Themen bewegen dabei in der Tat viele Bürger: Wie kann man den Verkehr besser regeln? Wo sollen Reisebusse parken? Wie kann man bezahlbaren Wohnraum schaffen, damit nicht junge Reichenauer abwandern müssen, während sich wohlhabende Auswärtige hier ein Feriendomizil kaufen?

Gemeinderat Armin Okle und seine Mitstreiter wussten zwar auf vieles eine Antwort, mussten aber auch bekennen, dass es oft schneller vorangehen müsste und der Gemeinde bei Entscheidungen mitunter Grenzen gesetzt seien.