Es sind nur noch wenige Tage bis zum größten Narrenspektakel seit 25 Jahren auf der Insel Reichenau. Rund 5800 Hästräger aus 77 Zünften und Gruppen werden beim Höhepunkt, dem großen Narrentag der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee am Sonntag, dabei sein.

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Die am Umzug teilnehmenden Zünfte aus Nah und Fern werden ab 13.45 Uhr vom Gewerbegebiet Tellerhof nach Mittelzell und wieder zurück laufen. Die Grundel-Elferräte als Hauptorganisatoren des Festwochenendes geben sich optimistisch. "Die Vorfreude steigt", sagt Fasnachtsbetriebsleiter Ralf Blum. Die Buden auf der Ergat stehen, ebenso das Partyzelt des Fanfarenzugs im Tellerhof für 800 Gäste sowie das große Festzelt für rund 2500 Besucher daneben am Grundel-Boulevard.

"Wir fühlen uns gut aufgestellt und haben ein gutes Gefühl, dass es eine tolle Sache wird." Und er hofft auf gutes Wetter, damit umso mehr Besucher kommen.

Nur ein Gerücht: Die Insel wird nicht abgesperrt

Allerdings berichtet Blum auch von einem Gerücht, dass ein Unbekannter verbreitet hat. Mehrere Gruppen hätten sich bei ihm gemeldet, wie sie auf die Reichenau kommen sollen, so Blum, weil es heiße, die Insel sei gesperrt. Das stimmt nicht, der Inseldamm ist frei befahrbar.

Zudem sieht der Betriebsleiter keinen Mangel an Parkplätzen. Neben einer großen Wiese bei der Gemüse-Genossenschaft, wo mehr als 1000 Autos Platz finden sollen, gebe es auch noch weitere Flächen rund ums Festgelände. Zudem setze die SBG am Freitag und Sonntag Sonderbusse ab dem Reichenauer Bahnhof ein. Das ermöglicht die Anreise auch mit dem Zug bis dorthin, das Auto kann im Gebiet Göldern oder am Kindlebild-Knoten stehen bleiben.

Zahlen, Daten, Fakten

Das närrische Jubiläum beginnt am Freitag, 8. Februar, um 19 Uhr mit einem Nachtumzug vom Tellerhof nach Mittelzell. 58 Gruppen mit rund 2500 Hästrägern erwarten die Grundel. Wie am Sonntag werde es an der Ergat die Ehrentribüne geben, wo die Gruppen vorgestellt werden, so Blum. Danach seien die Teilnehmer und Gäste eingeladen zur Party im Festzelt mit der Gretle-Band, im FZ-Zelt mit DJ oder zu närrischen Treiben in den knapp 30 Besenwirtschaften.

Besonders am Herzen liegt Blum und den anderen Elfern aber auch das Programm am Samstag. Das sei der Reichenau-Tag, erklärt Blum. "Wir wollen den Leuten die Reichenauer Fasnacht vermitteln. Das ist unser Brauchtum." Einheimische wie Gäste seien dazu eingeladen.

Blum hofft auf viele Teilnehmer und Besucher, auch weil das SWR-Fernsehen sich angemeldet habe. Der Sender, der am Sonntag den großen Umzug ab 13.45 Uhr live überträgt, wolle hierzu noch einen kurzen Beitrag über die Reichenau machen.

Um 15 Uhr beginnt am Samstag der Narrenbaumumzug vom Tellerhof zur Ergat. Die Grundel-Gruppen, diverse Guggenmusiken und weitere Gäste seien dabei, so Blum, der zuletzt auch noch mal ausdrücklich die Reichenauer Weckergruppen mit ihren Wägen zur Teilnahme aufgerufen hat. Den Baum stellen die Moorschrat aus Dettingen. Danach werde es auf einer kleinen Bühne Ehrungen und viel Musik geben, so Blum, und er hofft auf ein buntes närrsiches Treiben drum herum.

Danach findet im Festzelt ab 19.30 Uhr der Jubiläums- und Brauchtumsabend statt. Der Langenrainer Lothar Bottlang hält dabei eine närrische Festlaudatio, die Alet aus Allensbach haben einen Überraschungsauftritt angekündigt. Grundel-Elfer Matthias Graf wird das Grundele-Lied und weitere Fasnachtsnummern des Reichenauer Narren-Urgesteins Herbert Koch singen. Gregor und Simon Malkmus aus Hegne werden ebenfalls Lieder bieten. Mit dabei sind zudem die Grundel-Garde, das Grundele-Ballett, das Männerballett der Pfaffenmooser und weitere Tanz- und Musiknummern von Gastgruppen.

Noch vor dem großen Umzug am Sonntag findet um 9 Uhr eine Narrenmesse im Reichenauer Münster statt, die laut Blum ebenfalls etwas Besonderes werden soll; ab 10.30 Uhr veranstalten die Grundel im Festzelt einen Frühschoppen mit der Psychoband. Während des Umzugs, der zirka drei Stunden dauern dürfte, spielt im Festzelt die Freibiermusik Allensbach zur Unterhaltung.

Die Kosten für das Spektakel sind erheblich

"Die Kosten haben sich entwickelt", so der Betriebsleiter, sie lägen mittlerweile bei über 100.000 Euro. Immerhin stehe die Gemeinde dem NV bei und kümmere sich um die öffentliche Sicherheit, stelle Betonklötze an Zufahrten auf. Der Gemeinderat hat hierfür jüngst 13.000 Euro im Haushalt bewilligt, hinzu kommen laut Bürgermeister Wolfgang Zoll ein paar tausend Euro für den Einsatz des Bauhofs.

Was Sie rund ums Grundel-Jubiläum am Wochenende wissen müssen

  • Das Programm: Das 125-Jahr-Jubiläum des NV Grundel Reichenau beginnt am Freitag, 8. Februar, um 19 Uhr mit einem Nachtumzug. Danach spielt die Gretle-Band im Festzelt im Tellerhof. Am Samstag, 9. Februar, ist um 15 Uhr Narrenbaumumzug zur Ergat, danach Baumstellen und närrisches Treiben. Um 19.30 Uhr beginnt der Jubiläumsabend im Festzelt. Am Sonntag, 10. Februar, ist um 9 Uhr Narrenmesse im Münster, ab 10.30 Uhr Frühschoppen im Festzelt mit der Psychoband. Um 13.45 Uhr startet der große Umzug im Tellerhof nach Mittelzell. Parallel dazu spielt die Freibiermusik Allensbach im Zelt.
  • Festplakette: Wie üblich bei großen Narrentreffen gibt es eine Plakette, die zum Anschauen der Umzüge und zum Eintritt ins Festzelt berechtigt. Diese kostet auf der Reichenau drei Euro. Etliche Helfer der Grundel werden die Plakette an den Zelteingängen und bei den Umzügen anbieten.
  • Straßensperren: Wegen der Umzüge sperrt die Gemeinde die hierfür nötigen Straßen zwischen dem Gewerbegebiet Tellerhof und Mittelzell. Die Sperrungen werden laut Gemeinde am Freitag etwa von 18 bis 22 Uhr gelten, am Samstag von 14.30 bis 16 Uhr und am Sonntag von 12 bis 20 Uhr gelten.
  • Sonderbusse: Die SBG verstärkt die Linie 7372 (Wollmatingen- Insel Reichenau) am Freitag und Sonntag mit Sonderbussen, die allerdings nur ab und bis Bahnhof Reichenau fahren. Am Freitag gibt es somit ab Bahnhof von 17.05 bis 19.05 Uhr einen Viertelstundentakt und zurück ab Mittelzell/Königsegg von 22.04 bis 0.04 Uhr einen Halbstundentakt sowie Busse um 0.49 und 1.34 Uhr. Am Sonntag gibt es ab Bahnhof von 10.05 bis 14.05 Uhr einen Viertelstundentakt. Zurück fahren Busse von 16.07 bis 18.07 Uhr alle 20 Minuten, danach bis 20.37 Uhr halbstündlich. Elferrat Karl Wehrle weist darauf hin, dass die Busse wie ein Shuttle eventuell etwas früher fahren, wenn sie voll sind.