Versteckt hinter Schilf liegt das Haus Maria See am Seeweg zwischen Iznang und Gundholzen. Es ist ein Kleinod am Ufer des Untersees, das der Gesamtkirchengemeinde Freiburg gehört und als Kurs- und Ferienhaus genutzt wird. Dass es auf der Höri steht, ist der Überzeugungsarbeit von Franz Enz zu verdanken, der sich Ende der Fünfzigerjahre als Dekanatsjugendseelsorger in Freiburg für den Bau eines Jugendferienheims an diesem schönen Flecken Erde einsetzte.

In Radolfzell aufgewachsen

Franz Enz kannte den Ort, er war in Radolfzell aufgewachsen und blieb zeit seines Lebens dem Haus verbunden. „Maria See lag ihm sehr am Herzen“, berichtet Berthold Enz (84), der wie sein Bruder sich zum Pfarrer berufen fühlte. „Wir sind zusammen in einem Elternhaus aufgewachsen, das einen christlichen Geist ausgestrahlt hat.“ Aber er habe seine Entscheidung unabhängig von seinem Bruder getroffen.

Der Weg in die Pädagogik

Die Brüder sind unterschiedliche Wege in der Kirche gegangen. Während Berthold Enz „klassischer Stadtpfarrer“ in Wiesloch wurde, schlug Franz Enz nach der Priesterweihe 1955 den pädagogischen Weg ein. 1962 übernahm er für 13 Jahre die Leitung des heilpädagogischen Heims Mariahof der Caritas in Hüfingen. Das alte Heim mit Baujahr 1785 befand sich nach einem Zeitungsbericht „in einem erbarmungswürdigen Zustand“. Enz legte ein neues, modernes Konzept für Heimerziehung vor. Es entstand ein Kinderdorf am Stadtrand von Hüfingen. Jede Familiengruppe erhielt ihr eigenes Haus, ebenso die Schule, die Verwaltung und das Personal. Eine Kapelle ergänzte das Dorf.

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1967 promovierte Franz Enz an der Universität Freiburg zum Thema „Sport im Aufgabenfeld der Kirche“, 1976 machte er den Abschluss als Diplompädagoge. 1975 ist Franz Enz als Dozent an die Pädagogische Hochschule Freiburg berufen worden für die Themen Theologie und Religionspädagogik mit den Schwerpunkten Sozialarbeit und Sozialpädagogik. 1980 ist Franz Enz an der PH zum Professor ernannt worden, wo er bis 1995 „mit Freude wirkte“, wie es in der Todesanzeige heißt. In Anerkennung für seine Verdienste ist ihm bereits 1985 der Ehrentitel „Geistlicher Rat“ verliehen worden. Bis weit nach seinem Ruhestand war er seelsorgerisch in Freiburg-Ebnet tätig.

Ferienort für junge Menschen

Das Haus Maria See vor Gundholzen werde weiter mit dem Namen von Franz Enz verbunden bleiben, glaubt Claudius Duffner, Jugendseelsorger im Dekanat Freiburg. Enz habe hier ein Haus für Jugendliche einrichten wollen, an dem sie Ferien machen können. „Das gelingt immer noch, der Ort schafft immer wieder Heimat für junge Menschen“, sagt Duffner. Maria See sei fast das ganze Jahr ausgebucht. „Wir sind dankbar für die schöne Lage, für unsere Jugendarbeit hat das einen Riesenwert.“

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