Das neue Programmheft der Volkshochschule (VHS) fällt etwas dünner aus als in der Vergangenheit. Es stellt das Kursangebot vom 1. September bis Ende Dezember vor. Um in der aktuellen Situation flexibler reagieren zu können, will die VHS ihr Programm bis auf Weiteres dreimal im Jahr und nicht wie bisher halbjährlich auflegen. Ein Schwerpunkt liegt auf Online-Kursen, aber auch Präsenzkurse werden wieder angeboten.

Generell soll alles angeboten werden, was unter Berücksichtigung der Hygiene- und Abstandsregeln möglich ist, führte Bürgermeisterin Monika Laule aus. Nikola Ferling, Vorstand der VHS, gewinnt der Herausforderung durch das Corona-Virus sogar auch etwas Positives ab. Corona sei ein „Innovationsbeschleuniger„ für die Volkshochschule. 121 Online-Angebote über das Videokonferenztool Zoom, darunter 21 Vorträge, finden sich im neuen Heft.

VHS: Kunden zeigen viel Verständnis für Corona-Einschränkungen

Wie alle anderen Schulen öffnete auch die VHS nach Pfingsten wieder ihre Türen und führte angefangene Kurse weiter. Die Kunden zeigten viel Verständnis für nötige Änderungen, so Ferling.

Bei Bewegungskursen müsste beispielsweise oftmals die Teilnehmeranzahl reduziert werden, um den nötigen Abstand einhalten zu können. Viele Kunden freuten sich dennoch sehr über wiedergewonnene Möglichkeiten der Begegnung, andere reagierten eher verhalten.

Schule lobt Unterstützung von Kunden, Mitarbeitern und Mitgliedern

Der weltweite Verband der Volkshochschulen ist ein eingetragener Verein, und insofern könnten gravierende Einnahmeausfälle die Zukunft der Schule in Frage stellen, führte Ferling aus. Doch generell erfahre die Schule eine breite Unterstützung seitens ihrer Kunden, Mitarbeiter und Mitglieder.

Um die Krise finanziell zu meistern, habe die VHS Landkreis Konstanz alle zur Verfügung stehenden finanziellen Hilfen beantragt. Bewilligt worden sei unter anderem die Corona-Soforthilfe des Staates in Höhe von 30.000 Euro.

Hilfreich sei ferner, dass in den vergangenen Geschäftsjahren Rücklagen gebildet werden konnten. Zudem wurde für die Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt, ergänzte Uwe Donath, Leiter der VHS Stockach. Zeitgleich musste mehr Arbeit in die Betreuung der Kurse gesteckt werden.

Auch Mischformen von Online- und Präsenzunterricht

Für jeden einzelnen Kurs wurde nachgefragt, ob Dozenten und Teilnehmer nach dem Lockdown den Kurs weiterführen beziehungsweise belegen wollten. Einige Formate wurden nach Pfingsten online oder in einer Mischform von Präsenzunterricht und einem Online-Angebot weitergeführt.

Vor allem in der beruflichen Weiterbildung und bei Sprachkursen im fortgeschrittenen Bereich lasse sich gut online lernen. Schwieriger gestalte es sich für Anfänger von Deutsch-Kursen. Hier sei es besser, mit geringerer Teilnehmeranzahl vor Ort zu arbeiten. Doch auch Bewegungskurse oder EDV-Kurse und Vorträge würden online gut angenommen, habe die Erfahrung der letzten Wochen gezeigt.

Interesse an den Vorträgen unverändert groß

Ungebrochen sei das Interesse der Radolfzeller für das Vortragsangebot. Elf Vorträge werden bis Dezember angeboten, die größeren finden Corona-bedingt nicht in der Stadtbibliothek, sondern im Milchwerk statt. So wird der Politikwissenschaftler Sven Jochem am 19. Oktober über „Krisen der Demokratie – Auswege und Sackgassen“ sprechen.

Ein breitgefächertes Angebot gibt es in Radolfzell ebenfalls für die Fortbildung für Erzieher wie zum Beispiel den Workshop „Stress- und Selbstmanagement für Fachkräfte in der Kita – Den vielfältigen Anforderungen im Kita-Alltag souverän begegnen“. Neu sind 42 Online-Kurse in den Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch auf verschiedenen Niveaus.