Dass der Wohnungsmarkt in Radolfzell angespannt ist, ist bekannt. Im vergangenen Sommer hatte der Gemeinderat darum die Erarbeitung einer Zweckentfremdungssatzung beschlossen, mit der Wohnraum für den Mietmarkt erhalten bleiben und nicht für andere Zwecke verwendet werden soll. Wie kürzlich im Ausschuss für Planung, Umwelt und Technik vorgestellt wurde, ist das aber nicht ganz so einfach: Für eine Begründung für eine Zweckentfremdungssatzung braucht die Stadt Radolfzell erst einmal eine umfassende Wohnbedarfsanalyse.

Diese soll ein externes Büro erstellen. Danach kann nach Informationen der Stadt Radolfzell die Zweckentfremdungssatzung erlassen werden. Laut der Sitzungsvorlage werden für das weitere Vorgehen Planungsmittel in Höhe von mindestens 20.000 Euro erwartet. Dauern soll das Ganze etwa fünf bis sechs Monate. Die Stadtverwaltung hatte ursprünglich empfohlen, die Mittel für den Haushalt 2023 mit aufzunehmen, eine Bearbeitung der Wohnbedarfsprognose hätte dann im kommenden Jahr starten können.

Was in diesem Jahr passieren soll

Auf Antrag von Thilo Sindlinger (Freie Grüne Liste) sprach sich der Ausschuss jedoch dafür aus, das Gutachten zeitnah auf den Weg zu bringen und die Mittel dafür schon 2022 überplanmäßig bereit zu stellen. Pressesprecherin Nicole Rabanser präzisiert: „Das Gutachten Wohnbedarfsprognose wird also in Kürze vergeben. Sollte das Gutachten einen Wohnungsmangel feststellen, so würde in der Folge die Zweckentfremdungssatzung auf den Weg gebracht werden. Dies soll noch in diesem Jahr geschehen.“

Laut der Sitzungsvorlage scheint sich in Radolfzell „ein gewisser Trend weg von ‚normalen‘ Mietwohnungen zu entwickeln“. Es müsse ein Kompromiss zwischen Wohnraum, Tourismus und sonstigem Gewerbe gefunden werden. Die Anzahl der Übernachtungen in Ferienwohnungen oder -häusern sei in den vergangenen fünf Jahren ähnlich gleich geblieben seien. Auch gebe es etwa halb so viele Übernachtungen in Ferienwohnungen wie in Hotels, Gasthöfen und Pensionen.

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