Im Oktober sollen in Böhringen die Vorbereitungen für die längst beschlossenen Radschutzstreifen beginnen. Für Mitte/Ende 2021 ist der Bau der geplanten Bike-and Ride-Anlage am Bahnhof angekündigt.

„Wir sind schon weit in der Planung, die Mittel sind angemeldet“, informierte Uwe Negrassus vom Fachbereich Tiefbau den Böhringer Ortschaftsrat über den Stand der vorgesehenen Bike-and-Ride-Anlage am Böhringer Bahnhof. Bei der Umsetzung des Radverkehrskonzeptes hat der Ausschuss für Planung, Umwelt und Technik den Radabstellanlagen in Böhringen mit den höchsten Fahrgastzahlen an der Seehasstrecke Priorität eingeräumt, ebenso der Radstation in Markelfingen.

Mehr Platz ist dringend nötig

In Böhringen ist der Fahrradunterstand mit 40 Stellplätzen und im Schnitt 78 gezählten Rädern – teils am Abgang zur Unterführung abgestellt – regelmäßig überbelegt.

Regelmäßig überbelegt: Der Fahrradunterstand am Bahnhof Böhringen.
Regelmäßig überbelegt: Der Fahrradunterstand am Bahnhof Böhringen. | Bild: Marina Kupferschmid

Am Standort des jetzigen Fahrradunterstandes, einer Wellblechhütte, ist eine neue Fahrradüberdachung mit 96 Stellplätzen geplant. Angedacht ist eine Stahlvariante mit Dachbegrünung, eventuell mit Schließfächern für Helme und Rucksäcke. Weiter sind 49 Fahrrad-Stellplätze direkt am nördlichen Bahnsteig vorgesehen, davon 20 überdachte Stellplätze (online buchbar) in einer abschließbaren Sammelgarage, fünf kostenpflichtige Einzelboxen zum Beispiel für teure E-Bikes und 24 Stellplätze ohne Überdachung, die eine stärkere Nachfrage im Sommer decken sollen.

„Es ist die Frage, ob alles finanzierbar ist. Aber alles, was wir machen, ist eine Verbesserung an diesem Standort“, erklärte Uwe Negrassus. Peter Lingg (CDU) regte für eine baldige Umsetzung den Bau der Anlage in zwei Schritten an, beginnend mit der Sammelgarage, die die Wellblechhütte ersetzen soll.

Thomas Welte (Freie Wähler) schlug zusätzlich einen Service-Punkt mit Werkzeug und Aufpumpmöglichkeiten vor, wie in Überlingen. Solch eine Service-Station sei ebenfalls angedacht, so Negrassus.

Edgar Weidele (CDU) will die Beleuchtung der Anlage sichergestellt wissen, nachdem die Lichtverhältnisse am Böhringer Bahnhof ein neuralgischer Punkt seien. „Licht gehört selbstverständlich dazu, aber wir planen kein durchgängiges Beleuchtungskonzept für den Bahnhof“, machte Negrassus deutlich.

Konkrete Pläne für Verlauf des Radschutzstreifens

Im Oktober, so Uwe Negrassus, sei vorgesehen, mit den Umbaumaßnahmen in der Ortsmitte für die vorgesehenen Schutzstreifen beidseits der Ortsdurchfahrt zu beginnen.

Die Kombilösung, auf die man sich in den Gremien geeinigt hat, sieht südlich der Straße zwischen Kirche und ehemaliger Apotheke einen durchgängigen Schutzstreifen in Richtung Kernstadt vor. „Die Einfädelspur von der Rickelshauser Straße in die Singener Straße ist in der Planung drin“, versicherte Ortsvorsteher Bernhard Diehl. Auf der nördlichen Seite zwischen Rommelstraße und Hindenburgstraße wird der bisherige Zweirichtungsradweg zum Einrichtungsradweg bis zum Sonnenschopf. Von dort wird auf der Straße ein Radschutzstreifen bis zur Kirche angelegt. Zu diesem Zweck werden die Parkbuchten entlang der Bäckerei und Metzgerei näher an die Geschäfte gerückt, wo der bisher kombinierte Rad- und Gehweg zum reinen Gehweg wird.

Während der Bauarbeiten wird es zu Verkehrsbehinderungen kommen. Uwe Negrassus kündigte eine halbseitige Sperrung der Ortsdurchfahrt in diesem Bereich an.

Ortsvorsteher Diehl sieht mit den geplanten Maßnahmen eine große Aufwertung der Radfahrqualität und Sicherheit im Ort. Er hofft, dass die Maßnahmen im Haushalt bleiben.

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