Mit Zangen, Eimern und Warnwesten ausgestattet sammelten am Vortag des „World Cleanup Days (Welt-Aufräum-Tag) mehr als 50 Mitarbeiter und Auszubildende des Radolfzeller Automobilzulieferers BCS Automotive mehrere Säcke voll Müll im Industriegebiet. Zum ersten Mal nahm das Unternehmen am World Cleanup Day teil.

Die BCS organisierte für diesen Werktag Teile der Produktion um, damit freiwillige Helfer an der Aktion teilnehmen konnten. Zwei Stunden lang gingen 22 Mitarbeiter aus Produktion, Einkauf und Finanzen sowie 30 Auszubildende in vier Teams in Areale des Industriegebiets, um dieses von Müll zu befreien.

Unmengen an Plastik machen nachdenklich

Mit der Teilnahme an der Aktion wolle das Unternehmen nicht nur das Industriegebiet sauberer machen, sondern die Mitarbeiter auch für die Klima- und Umweltproblematik sensibilisieren. Auch Geschäftsführer, Daniel Martinez sammelte mit.

Das Unternehmen kooperierte mit der Stadtverwaltung sowie mit einem Radolfzeller Entsorger. Jeder gefüllte Müllsack wurde durch die Teamleiter gezählt und dessen Anteil an Kunststoffen bestimmt. Die Ergebnisse der Sammlung werden an die Initiatoren der Aktion gesendet. Der Aufräumtag steht in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Das Thema Umwelt rückt näher – privat und beruflich

Man merke, dass jeden Tag das Thema Umwelt näher rückt, so Geschäftsführer Daniel Martinez: sowohl privat als auch beruflich. Die Ereignisse der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland Pfalz begreift auch er als ein Signal – als Zeichen, dass sich die Welt verändere.

Die Teilnahme am World Cleanup Day solle die Menschen sensibilisieren: „Ich bin sehr froh, dass wir über 50 Mitarbeiter für das Thema motivieren konnten“, so Martinez. Bei der Vorbereitung sei der Organisatorin Mandy Schuster bewusst geworden, wie viel Plastik allein für die Aktion verwendet werde. Angefangen vom Müllbeutel bis zum Mülleimer.

Kunststoff durchdringt das Leben. „Es ist schwierig, solch eine Veranstaltung konsequent durchzuführen“, sagt Schuster. Um keine weitere Umweltbelastung zu fördern, habe sie sich für das Aufräumen ein zu Fuß erreichbares Areal im Industriegebiet entschieden.

Kunden wollen CO2-Neutralität

Der Radolfzeller Geschäftsführer Daniel Martinez ist zugleich Generalmanager für Europa wie auch der globale Chef für Technologie des Unternehmens. Als Zulieferer der Automobilindustrie fertigt das Unternehmen Schalter, Sensoren und Armaturen aus Kunststoffen. Er sehe sich in der Pflicht, in diesen Sektoren besser für die Umwelt zu werden, sagt Martinez.

Im Bereich Produkt-Design würden die Mitarbeiter deshalb bereits Umweltaspekte berücksichtigen. Beispielsweise untersuche das Unternehmen, ob neue Materialien für die Herstellung möglich sind und forsche an Technologien, mit deren Hilfe Material reduziert werden kann.

Der Umweltgedanke spiele auch in der Produktion eine immer größer werdende Rolle. Das sehe er bereits bei den Kunden aus der Automobilbranche. Denn neue Aufträge kämen mit der Anforderung nach C02-Neutralität einher. Die BCS habe dafür bereits Initiativen gestartet. Das beziehe sich auch auf Projekte wie man die Wiederverwendung von Stoffen als ein Prozess einführen könnte.