Für viele Schüler startete das Schuljahr unter Corona-Bedingungen ziemlich ungewöhnlich. Die weiterführenden Schulen in Radolfzell und Gaienhofen sind mit ihren Anmeldezahlen für die fünften Klassen trotzdem zufrieden. Auch Personalengpässe beklagen sie nicht.

Herrmann-Hesse-Schule: 31 Schüler haben sich laut Angaben des Schulleiters, Mark Bosch, in diesem Jahr angemeldet. Im Vergleich zu den anderen Schulen eigentlich nicht viel. Doch für die Hermann-Hesse-Schule in Gaienhofen ist genau das ein kleiner Meilenstein. „Für uns heißt das: Wir konnten zweizügig werden“, sagt Mark Bosch fast ein wenig stolz. Denn im Jahr zuvor hatte die Schule noch darum kämpfen müssen, überhaupt eine Klasse zusammenzubekommen. 19 Schüler seien es dann geworden. 16 sei als Minium für eine Klasse vorgeschrieben. „Da haben wir schon gebangt“, meint Bosch.

Und dieses Jahr? „Das läuft.“ Es läuft mit einem deutlichen Zuwachs an Fünftklässlern gut an.Und die kommen aus der ganzen Region: aus Gaienhofen, Moos, Öhningen, Böhringen, Bohlingen, Radolfzell, Singen und Stahringen, so Bosch. Genug Lehrkräfte, um Fächer und Stunden abzudecken, hat die Hermann-Hesse-Schule auch. Pandemiebedingt sei auch der Fernunterricht möglich. „Aktuell sind aber alle Schüler in der Schule“, sagt Bosch.

Teggingerschule: Ähnliches berichtet Norbert Schaible, Schulleiter der Teggingerschule: Auch er sieht sich mit Lehrkräften „gut ausgestattet“ und spricht von „zaghaft steigenden Schülerzahlen“. 24 Fünftklässler aus Radolfzell und von der Höri hat Schaible jetzt eingeschult. „Darunter auch einige Inklusivschüler.“ Dass seine Schützlinge aus der näheren Umgebung kommen, sei in Corona-Zeiten ein deutlicher Vorteil: „Für den Fernlern-Unterricht, weil die Schüler dann einfach ihr Material bei uns abholen können. Und für die Anfahrtswege: Wer zu uns kommt, tut das ohne riesen Busaufwand.“

Überhaupt sieht er seine Schule optimal aufgestellt. „Wir haben gute Corona-Voraussetzungen.“ Trotz des ungewohnten Alltags hätte keiner seiner Schüler von der Fernlern-Option bisher Gebrauch gemacht.

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Gerhard-Thielcke-Realschule: 116 eingeschulte Fünftklässler meldet Gabriele Wiedemann, Schulleiterin der Gerhard-Thielcke-Realschule, und ist sehr zufrieden. Einziger Wermutstropfen: Die Einschulungsfeier musste entzerrt werden, statt einer gemeinsamen Feier bekam jede Klasse einzeln eine Mini-Feier geboten. „Statt einem Handschlag gab es eine Rose.“

Ihre neuen Fünftklässler kommen aus Radolfzell und von der Höri. Einen Personalengpass für das neue Schuljahr hat Wiedemann nicht zu beklagen. „Auch der Fernunterricht ist möglich“, sagt sie – auch wenn derzeit alle Schüler in der Schule seien.

Friedrich-Hecker-Gymnasium: Von 113 eingeschulten Fünftklässlern spricht Marc Bornmann, der stellvertretende Schulleiter des Friedrich-Hecker-Gymnasiums. „Das entspricht in etwa den Zahlen der letzten Jahre.“ Seine Schützlinge kommen aus Radolfzell, Allensbach, Steißlingen, von der Höri, aus Singen, Stockach und vereinzelt auch aus der Schweiz, aus Überlingen oder Konstanz. „Aktuell sind wir gut ausgestattet und können den Unterricht im Präsenzunterricht gut abdecken. Von der Fernlern-Option machen derzeit drei Schüler Gebrauch“, sagt Bornmann.

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Schule Schloss Gaienhofen: 80 aufgenommene Fünftklässler, meldet Dieter Toder, Schulleiter der Schlossschule Gaienhofen. „Das ergab zwei Klassen im Gymnasium und eine Klasse in der Realschule.“ Das Einzugsgebiet seiner Schule umfasst einen Umkreis von 30 Kilometern, sodass auch einige Schüler aus der Schweiz oder Überlingen haben seien.

Wenn nötig, könnten sie alle Fernunterricht zurückgreifen. Schließlich sei die Schule beim Thema „Digitalisierung“ gut aufgestellt: „alle Schüler haben eigene Tablets – können also immer und jederzeit erreicht werden.“ Das gelte auch für die Lehrer. Und mit Lehern sei man auch „vollständig abgedeckt. Wir sind also, trotz Corona, gut gestartet“, sagt Toder.

Ratoldus-Gemeinschaftsschule: 35 Fünftklässler hat Angelika Haarbach, Schulleiterin der Gemeinschaftschule, dieses Jahr eingeschult. Die Schüler kommen aus der näheren Umgebung: aus Radolfzell, Allensbach und von der Höri. Besonders sei: „dass sich Kinder mit allen Grundschulempfehlungen bei uns angemeldet haben.“ Immerhin sei es die Idee der Gemeinschaftsschule, Kinder mit unterschiedlichem Leistungsstand zusammenzubringen. Die Fächer Deutsch, Englisch und Mathe würden so etwa einerseits in Klassenverband unterrichtet – aber eben auch als sogenanntes Lernband. „Damit sind Zeiten gemeint, in denen die Schüler mit Begleitung der Lehrkräfte auf unterschiedlichen G, M, und E- Niveaus eigenverantwortlich Lernwege bearbeiten“, sagt Haarbach. Das G- Niveau entspricht dabei dem Hauptschulniveau, das M- dem Realschul-, und E- dem Gymnasialniveau.

Hausherrenschule: In kombinierten Klassen, in denen die Radolfzeller Sonderschule Fünftklässler zusammen mit Viertklässlern unterrichtet, seien 75 Fünftklässler aus Radolfzell und von der Höri, meldet Konrektor Eckhard Hauser. Der Fernunterricht sei natürlich auch möglich. Und mit Lehrkräften sieht sich Hauser auch „gut ausgestattet. Man wünscht sich immer mehr, aber wir können den Unterricht wirklich gut meistern“, sagt er.

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