Seit dem 11. Mai sieht man wieder Kletterer die Außenwand des Kletterwerks erklimmen. Zehn Personen können laut Corona-Verordnung den Außenbereich gleichzeitig nutzen. Jeweils eine Route muss zwischen den Seilschaften frei bleiben, damit der Mindestabstand gewahrt ist.

Die Außenwand ist zwar nur ein kleiner Teil der Halle, doch trotzdem ist diese Möglichkeit Grund zum Aufatmen für viele, die die Leidenschaft für diesen Sport teilen. Im Dornröschenschlaf lag die Halle während der coronabedingten Schließung allerdings nicht. Erste Schritte eines geplanten, größeren Umbaus wurden in Angriff genommen.

Halle hat freiwillig die Türen geschlossen

Ein wenig länger als zwei Monate dauerte die Komplettschließung im Kletterwerk. In Anlehnung an die Empfehlungen des Landkreises, entschieden der Deutsche Alpenverein Konstanz (DAV) und Betriebsleiter Georg Fleischmann, die Halle zum 14. März zu schließen.

Kurz danach kam die behördliche Verfügung zur Schließung von Sportstätten mit Wirkung zum 18. März. Im Vordergrund sei das Bedürfnis gestanden, dazu beizutragen, „dass bei uns nicht Tausende von Menschen sterben“, erinnert sich Fleischmann.

Mitarbeiter sind in Kurzarbeit

Danach sei die Frage gekommen, wie es für die Mitarbeiter weitergeht. Für die Angestellten wurde Kurzarbeit beantragt. Pascal Bickler, der ein freies soziales Jahr leistet, konnte weiter beschäftigt werden. „Dankbar sind wir für die Unterstützung vieler Kletterer, die das Guthaben ihrer Zeitkarten gespendet und andere Aktionen zugunsten der Halle unterstützt haben“, so Fleischmann.

Die neue Treppe in den ersten Stock der Kletterhalle sitzt. Rechts steht Georg Fleischmann, Kletterwerk- Betriebsleiter, von oben hilft Geronimo Frick.
Die neue Treppe in den ersten Stock der Kletterhalle sitzt. Rechts steht Georg Fleischmann, Kletterwerk- Betriebsleiter, von oben hilft Geronimo Frick.

Und dann galt es schnell zu handeln, um den Startschuss für Umbauarbeiten geben zu können, die während des Kletterbetriebs nicht möglich gewesen wären. Wer die Halle künftig betritt, wird dort, wo es früher zum Einlass ging, auf eine neue Treppe zulaufen, die zu den Routen und dem Boulderraum im ersten Stock und weiter hinauf zu einer Empore führt.

Der Einbau war nötig geworden, nachdem das Oberlandesgericht Stuttgart den Betreiber einer Kletterhalle in Stuttgart-Degerloch verurteilt hatte, weil es zu einem schwerwiegenden Unfall in einem relativ schmalen Durchgangsbereich der dortigen Halle gekommen war.

Das Gericht entschied, dass zwei Meter vor einem Kletterbereich als Sicherungsraum vorgesehen sein müssen. Da ein Gang im Kletterwerk hinter einer Kletterwand nur 2,20 Meter breit ist, soll er in Zukunft nur noch zum Sichern zur Verfügung stehen.

Es stehen aber noch weitere Verbesserungen an

Dieser Umbau bedingt, dass die Theke in die Mitte der Halle zwischen alten und „neuen“ Kletterbereich rückt, der 2011 eingebaut wurde. Diese Arbeiten sollten eigentlich Teil eines größeren Umbaus der Kletterhalle sein, der für eine übersichtlichere Wegeführung und mehr Aufenthaltsqualität sorgen soll, führt der Betriebsleiter aus.

Die für den 19. März geplante Mitgliederversammlung konnte jedoch nicht stattfinden, in der der Umbau diskutiert und bewilligt werden sollte. Um weiteren wirtschaftlichen Schaden durch eine spätere, erneute Schließung im Sommer zu vermeiden, bewilligte der Vorstand des DAV Konstanz vorab 50.000 Euro der auf insgesamt 450.000 Euro geschätzten Kosten für den gesamten Umbau, erklärt Bernd Teufel, zweiter Vorsitzender des DAV Konstanz.

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