In Güttingen schaut man derzeit gespannt auf das neu begonnene Jahr. Denn der Radolfzeller Teilort hat ein paar Punkte auf der Agenda, die Ortsvorsteher Martin Aichem gerne in den nächsten zwölf Monaten umsetzen oder anstoßen würde. Um nicht zuletzt der wachsenden Bevölkerungsanzahl in Güttingen – in den vergangenen Monaten und Jahren wurden etliche Wohnbauprojekte realisiert – nachzukommen, soll der Kindergarten erweitert werden.

Aus Sicht von Aichem ist dieser Schritt auch ein wichtiger Punkt für den Zusammenhalt in Güttingen. „Für die Ortsteile hat das noch eine andere Priorität, als in der Kernstadt. Es ist wichtig, dass die Kinder vor Ort sozialisiert werden. Das ist ein erstes Fundament für die Teilnahme an der Dorfgemeinschaft“, argumentiert der Ortsvorsteher im Gespräch mit dem SÜDKURIER.

Immerhin ist gesichert, dass noch in diesem Jahr mit der Umsetzung begonnen wird. In der zweiten Jahreshälfte soll der Kindergarten mit einem Anbau erweitert werden, der Platz für weitere 19 Kinder über drei Jahren und vier neue Plätze für Kinder unter drei Jahren bietet. Für die Kosten von rund 800.000 Euro hat der Gemeinderat bereits sein Okay gegeben.

Dauerthema Gemeindescheuer

Darauf hofft man im Teilort auch beim Thema Gemeindescheune. Das Projekt beackerte bereits der Amtsvorgänger von Martin Aichem, Thomas Will, über etliche Jahre. Seit 2003 stand die Idee im Raum, in der zentral gelegenen Scheune am Dorfplatz eine Veranstaltungsmöglichkeit für Bürger und Vereine zu schaffen. Immerhin existiert seit dem 17. Dezember 2019 ein Baubeschluss vom Radolfzeller Gemeinderat.

Angesichts der knappen Kassen ist das Projekt derzeit aber frühestens im Jahr 2025 im Haushalt verankert. Voraussetzung für eine Umsetzung ist jedoch ein Zuschuss des Landes im Rahmen des Entwicklungsplanes Ländlicher Raum (ELR). Der wurde bisher abgelehnt.

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Dennoch hofft Martin Aichem nach einer neuerlichen Antragstellung, dass wieder Bewegung in die Sache kommt und das Projekt so vielleicht noch vorgezogen werden kann. „Wir haben die Hoffnung, dass man die Scheune in den Haushalt 2023 und folgende verankert“, sagt er. Die Kosten für eine Sanierung und Umbau werden aktuell mit rund eine Million Euro taxiert. Der Narrenverein der Schimmelreiter wäre gleichzeitig bereit, die eigenen Räume im Dachgeschoss in Eigenleistung umzusetzen.

Stadt will mehr Pacht für Buchenseebad

Um deutlich weniger Geld geht es bei der Sanierung und Aufwertung des Kinderspielplatzes am Buchenseebad. Dort sehen die Pläne die Anschaffung eines Sonnensegels sowie mehrerer neuer Spielgeräte vor. Für die Aufwertung sind 35.000 Euro im Haushalt eingestellt. Auch die Pacht für das Buchenseebad wurde neu ausgeschrieben.

Ganz schön spärlich: Der Spielplatz im Buchenseebad soll in diesem Jahr mit neuen Spielgeräten aufgewertet werden.
Ganz schön spärlich: Der Spielplatz im Buchenseebad soll in diesem Jahr mit neuen Spielgeräten aufgewertet werden. | Bild: Jarausch, Gerald

Der Güttinger Ortschaftsrat hat sich einstimmig für den bisherigen Pächter, der dort seit sieben Jahren zur Zufriedenheit der Bürger tätig war, ausgesprochen. Allerdings steht man noch vor einem neuerlichen Vertragsabschluss, da die Stadt Radolfzell gerne eine höhere Pacht als bisher für das Gelände erhalten möchte.

Parkproblem ließ sich lösen

Ebenfalls unklar ist der Ausgang eines halbjährigen Versuchs in der Ortsdurchfahrt von Güttingen. Dort wurde in den ersten Wochen des Jahres ein eingeschränktes Halteverbot eingeführt, nachdem es in der Vergangenheit mehrfach zu gefährlichen Situationen im Verkehr gekommen war. In Ermangelung von Ausweichmöglichkeiten hatten die Fahrer kurzerhand den Fußweg genutzt.

„Das Parken ist ein leidiges Thema in Güttingen“, erklärt Martin Aichem. Seit der Einführung des Halteverbots hat es nach seiner Aussage nur sehr wenig Beschwerden gegeben. Das verleitet ihn zu der Annahme, dass der tatsächliche Bedarf nach Parkflächen geringer ist, als gedacht. Nach einem halben Jahr möchte man die Situation neu bewerten.

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Als weitere Neuerungen stellt der Ortsvorsteher zwei Panoramatafeln in Aussicht, für die ein Antrag gestellt wurde. Sie sind an den Aussichtspunkten „Vogelherd“ und „Durchenberg“ vorgesehen. Ferner sollen bereits im Frühjahr Ortsbegrüßungstafeln, wie man sie auch in anderen Ortsteilen findet, installiert werden.