Ganz ohne Publikum und ohne musikalische Begleitung fand die Kranzniederlegung in Liggeringen am Ehrenmal beim Rathaus statt. Ortsvorsteher Hermann Leiz und sein Stellvertreter Professor Jürgen Klöckler gedachten schon früh am Sonntagvormittag der vielen Kriegstoten der beiden vergangenen Weltkriege. Noch heute wirken die traumatischen Erfahrungen aus den Jahren des Krieges und vor allen Dingen auch vom Luftangriff am 21. Juni 1943 auf das Dorf bis in die dritte und vierte Generation hinein. Deshalb ist das Gedenken am Volkstrauertag aus Sicht des Ortschaftsrates auch unter Corona-Bedingungen 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges besonders wichtig.

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Unter dem Leitwort „Friedensmacher“ in einer unfriedlichen Welt müsse dieser Volkstrauertag auch in Corona-Zeiten weiter in der Erinnerung bleiben, so die Meinung der Ortschaftsräte. Das Ehrenmal in Liggeringen ist sehr schlicht gehalten und symbolisiert eine Familie mit Kind, die die Folgen und die Not des Krieges in den Familien erdulden mussten. „Oft sind ja manche Gedenkstätten sehr martialisch und bringen weniger das Leiden der Menschen während und nach den Kriegen zum Ausdruck“, weist Ortsvorsteher Leiz auf diese Besonderheit hin.

Plakataktion in Möggingen

In Möggingen hat der Ortschaftsrat den Volkstrauertag mit einem „Friedensgedenken“ verbunden. In einer Pressemitteilung informiert Ortsvorsteher Ralf Mayer über eine Plakatinstallation am Kriegerdenkmal in Möggingen, die dieses Thema aufgreift. Die Installation bleibe noch bis zum Wochenende aufgestellt.

Die Plakatinstallation beim Kriegerdenkmal in Möggingen.
Die Plakatinstallation beim Kriegerdenkmal in Möggingen. | Bild: Ralf Mayer

„Wir denken, es ist an der Zeit, dass wir eine direkte Verbindung zum Frieden und zur Demokratie schaffen und den Volkstrauertag mit einem Friedensgedenken verbinden. So wollen wir auch junge Menschen erreichen und auf die aktuelle Weltsituation hinweisen, in der Frieden und Demokratie noch lange nicht selbstverständlich sind“, beschreibt Mayer die Gedanken der Mögginger. „Den Volkstrauertag begreifen wir als einen Gedenktag gegen das Wegschauen und als ein Tag der Hoffnung und des Mutes für eine friedlichere Welt“, so Mayer.

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