Die Stadtverwaltung wird verstärkt in die Modernisierung und die Instandsetzung der städtischen Friedhöfe in Radolfzell und den Ortsteilen investieren. Und die Liste der Vorhaben ist lang, wie Andreas Baumann, Leiter der Technischen Betriebe, im Ausschuss für Planung, Umwelt und Technik bei der Vorstellung des Friedhofsentwicklungsplanes erklärte.

So besteht unter anderem Handlungsbedarf bei auf dem Waldfriedhof. Dort soll eine neue barrierefreie Toilette realisiert werden ebenso wie ein neuer Abschiedsraum, mit zeitgemäßer Ausgestaltung und Nutzbarkeit für kleine Trauerfeiern.

Es fehlen Räume

Der Friedhofsentwicklungsplan brachte laut Baumann zudem zu Tage, dass die Verwaltungsräumlichkeiten auf dem Friedhof in Böhringen nur noch bedingt die Anforderungen erfüllen. „Es fehlt dort ein Beratungsraum“, sagte er. Aber nicht nur bei den Gebäuden auf den Friedhöfen, auch bei den Außenanlagen steht Arbeit an. Der Zustand der Einfriedungen in den Ortsteilen muss saniert werden, ebenso die Bodenbeläge, Wegeflächen und die Brunnen- und Leitungsanlagen.

Bild: Becker, Georg

Hinsichtlich der Bestattungsgebühren müssen sich die Radolfzeller Bürger auf eine Anpassung zum 1. Juni einstellen. Wie die Radolfzeller Stadtverwaltung ausführte, konnte der veranschlagte Kostendeckungsgrad in Höhe von 85 Prozent nicht gehalten werden. Er lag 2019 bei lediglich 74 Prozent. Der Ausschuss sprach sich deshalb einstimmig für eine Bestattungsgebührenordnung mit dem vorgegebenen Ziel einer 85-prozentigen Kostendeckung ab dem Juni 2020 aus.

Bild: Becker, Georg

Aber nicht nur an der Preisschraube soll in naher Zukunft gedreht werden. Auch bei den Bestattungsformen gebe es laut Siegfried Lehmann von der Freien Grünen Liste eine Trendwende in der Bevölkerung. „Der Wunsch zur Nähe zur Natur bei den Bestattungen steigt weiter an“, betonte er. Lehmann nannte als Beispiel einen Ruhewald. Christof Stadler (CDU) sorgt indes der Umstand, dass Jahr für Jahr Grabsteine mit stadthistorischer Bedeutung von den Friedhöfen verschwinden.

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