Die Jahresversammlung der Interessengemeinschaft (IG) Sport im Sportlerheim des TV Radolfzell stand im Zeichen der Corona-Pandemie. IG-Vorsitzender Axel Tabertshofer versuchte, Mut zu machen: „Sport bleibt wichtig – in Radolfzell gibt es rund 10.000 Sportler“, konstatierte er.

„Wir müssen uns mit den Gegebenheiten arrangieren“, erklärte er den zahlreichen Vereinsvertretern. Das findet in den Radolfzeller Sportvereinen ohnehin zwangsläufig statt. Allerdings vollkommen unterschiedlich.

Verwirrung unter Sportlern

Während in manchen Sportarten weiterhin kein Wettkampf stattfindet, ist er in anderen längst wieder erlaubt. Diese unterschiedliche Vorgehensweise von Verbänden und Kommunen sorgt für Frust bei den Sportlern. „Wir brauchen einheitliche Regelungen“, forderte FC 03 Radolfzell-Vorstand Oliver Preiser daher.

Sein Verein wurde kürzlich vom Ordnungsamt der Stadt Radolfzell mit einer Geldbuße belegt, obwohl man die Vorschriften des Badischen Fußballverbandes eingehalten hatte.

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Die Vorschriften innerhalb der Stadt Radolfzell scheinen ebenfalls unterschiedlich gehandhabt zu werden. So müssen die Fußballer die Duschen nach jedem Spiel reinigen lassen, bevor ein weiteres ausgetragen wird. In den Sporthallen hingegen wurde auf eine Reinigung in diesem Turnus verzichtet, „weil wir sonst eine ganze Trainingseinheit verlieren würden“, wie Axel Tabertshofer bemerkte.

Ansteigen der Fallzahlen macht Sorgen

Die aktuell wieder ansteigenden Corona-Fallzahlen machen Sorgen. „Wir hätten ein großes Problem, wenn die Vorschriften verschärft würden“, so der IG Sport-Vorsitzende. Auch sonst müssen sich die Sportvereine auf schwierigere Rahmenbedingungen einstellen.

OB Martin Staab verkündete in der Versammlung, dass derzeit alle Ausgaben der Stadt auf dem Prüfstand kommen, um Geld einzusparen. Das könnte auch dazu führen, dass an einigen Stellen Gebühren eingefordert werden müssen, die bisher nicht fällig waren. Immerhin stellte er in Aussicht, dass „die Vereine keine Mehrbelastungen haben werden“, so der OB.

Klubs haben weniger Einnahmen

„Halten Sie weiter durch, damit uns nicht noch mehr verloren geht“, sagte Staab. Angesicht der Einnahmeverluste und gleichzeitiger Ausgaben kein leichtes Unterfangen. So müssten die Ringer des VFK Eiche auf die Austragung der Deutschen Meisterschaften verzichten, während bereits Kosten im fünfstelligen Bereich angefallen sind.

Auch an anderer Stelle könnte es eng werden: Noch ist der Bau eines neuen Kunstrasenplatzes auf der Mettnau nicht in trockenen Tüchern.