Ein Brief bringt Klaus-Dieter Hebert ins Grübeln. Seine Tochter wird in diesem Schreiben daran erinnert, dass sie an einer Umfrage des Gesundheitsverbundes des Landkreis Konstanz noch nicht teilgenommen hat. Doch wie ist das möglich? Denn eigentlich wurde in dieser Umfrage Anonymität zugesichert. Wie könne man also feststellen, ob ein Fragebogen nicht zurückgekommen sei, schreibt Hebert in einer Mail an die Redaktion.

Geht das aus Datenschutzgründen überhaupt?

Seine Tochter habe nach einem Klinikaufenthalt einen Fragebogen erhalten, indem die ärztliche Versorgung, die pflegerische Betreuung, die Essensversorgung, Wartezeit und Sauberkeit bewertet werden konnte. An dieser Befragung habe sie nicht teilgenommen.

Darum jetzt der zweite Brief, vermutet Klaus-Dieter Hebert und ist enttäuscht, ja fast wütend auf den Gesundheitsverbund. „Aus Datenschutzgründen sollte das gar nicht möglich sein“, sagt er. Denn wenn es einen Kanal für die Rückverfolgung gebe, könne dann nicht umgekehrt auch ermittelt werden, wer was ausgesagt habe?

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Der Gesundheitsverbund sieht das etwas anders und betont zunächst, dass auch ihnen das Thema Datenschutz am Herzen liege. Und dass der Fragebogen wirklich anonym sei. Wie Andrea Jagode, Sprecherin des Gesundheitsverbundes mitteilt, war die Umfrage vom QuMik-Verbund im vergangenen Herbst angelaufen.

Das Krankenhaus erfahre nicht, wer was geantwortet habe

Der QuMik-Verbund sei ein Zusammenschluss kommunaler Krankenhäuser in Süddeutschland. Dabei seien zwei verschiedene Fachfirmen an der Aktion beteiligt gewesen. Während die eine für Durchführung der Befragung – also die Erstellung der Umfrage, dem Versand und jetzt auch dem Erinnerungsschreiben – zuständig gewesen sei, habe die andere die Angaben ohne Kenntnis der persönlichen Patientendaten ausgewertet und werde die Auswertung bald anonymisiert an die Krankenhäuser schicken.

„Wir im Krankenhaus wissen also nicht, wer was geantwortet hat. Eine Rückverfolgung ist ausgeschlossen“, so Jagode. Die Befragung sei nach wie vor freiwillig.