Kaum etwas verändert unser Aussehen so schnell wie ein neuer Haarschnitt oder eine neue Haarfarbe. Wer nicht selbst Hand anlegen will, muss im Lockdown zusehen, wie der professionelle Schnitt allmählich die Konturen verliert.

Die Familie von Daniela Mader kennt dieses Problem nicht. Als Friseurin sorgt sie dafür, dass auch im Lockdown die Haare liegen wie gewünscht. Doch den Kontakt mit den Kunden vermisst sie sehr.

Einblick in verschiedene Lebensabschnitte

Vor 20 Jahren verschlug es Daniela Mader, die sich selbst als „echte Hamburger Deern“ bezeichnet, aus Liebe an den Bodensee. Nach einer Familienpause steht sie seit einigen Jahren wieder im Salon, erfüllt die Wünsche ihrer Kunden und begleitet sie in verschiedenen Lebensabschnitten.

Lange Haare den Männern zuliebe

„Wenn wir eine Hochzeitsfrisur stecken, erleben wir ein Stückchen des Glücks mit“, erzählt die verheiratete Mutter zweier Söhne. Aber auch wenn Beziehungen zerbrechen, sei oft der Friseur gefragt. „Die Haare müssen ab und gefärbt werden“, sagten dann viele Frauen. Nicht selten würden lange Haare den Männern zuliebe getragen.

Doch auch wenn keine wesentlichen Änderungen im Leben anstehen, bereite es ihr viel Freude, die Persönlichkeit der Kunden durch einen Haarschnitt oder einen neuen Farbton zu unterstreichen.

Wenn jemand nach dem Schneiden sagt: „Das sieht ja toll aus!“ und den Salon beschwingt verlässt, sei sie selbst glücklich. „Ich mag die Vielfältigkeit der Menschen, die zu uns kommen. Der Kontakt zu ihnen fehlt wahnsinnig.“

Andrang nach dem Lockdown-Ende

Endet der Lockdown, wird das Telefon nicht stillstehen, weiß sie aus Erfahrung. Den Kundenandrang nach der ersten Schließung im Frühjahr musste sie alleine bewältigen, da ihre Chefin krank war. Es galt, alle Hygienevorschriften penibel einzuhalten.

Doch auch an diese Zeit hat sie nette Erinnerungen: Einige Frauen hatten das Grau rauswachsen lassen und wollten nur die farbigen Spitzen schneiden lassen, Männer kamen mit dem gleichen Einheitsschnitt, den ihre Frauen ihnen mit einer Haarschneidemaschine verpasst hatten, andere wie in Jugendtage zurückversetzt mit langen lockigen Haaren.