Ab dem 1. September sind mehr Familien und Alleinerziehende in Radolfzell berechtigt, die sogenannte Zeller Karte zu beantragen. Das hat Bürgermeisterin Monika Laule auf dem Bürgerinformationsabend angekündigt. Künftig steigen die Einkommensgrenzen für die Berechtigten auf bis zu 70.000 Euro brutto. Dieser Betrag gilt bei einer Familie mit mindestens zwei kindergeldberechtigten Kindern in einer häuslichen Gemeinschaft. Bei Familien mit nur einem Kind steigt der Betrag auf nun 60.000 Euro.

Große Reichweite

Für die Höhe des jährlichen Einkommens einer Familie wird der letzte Steuerbescheid zugrunde gelegt. Mit dieser Änderung sollen noch mehr Familien unterstützt werden. Rein rechnerisch ist der Zuwachs der Berechtigten damit enorm. Bisher waren nur Familien mit mindestens drei Kindern bei einer Einkommensgrenze von 50.000 Euro berechtigt, die Zeller Karte zu beantragen. Mit der neuen Regelung erreiche man rund 80 Prozent aller Familien in Radolfzell. Für Bürgermeisterin Laule ist diese Anpassung daher „ein großer Schritt nach vorne“, wie sie im Milchwerk sagte.

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Mit der Zeller-Karte soll erstmals für Eltern ein sozialer Ausgleich gewährt werden, die nicht zu Sozialleistungs-Empfängern gehören, deren Kita-Gebühren über Sozialkassen, Bildungsgutscheine oder Fördervereine abgedeckt werden. Es geht um die Eltern, die sich dennoch in finanziell angespannten Lebenslagen befinden, weil sie alleinerziehend sind oder mehrere Kinder haben.

Gilt auch für Musikschulentgelte

Diese Eltern sind durch die Gebührenerhöhungen besonders belastet. Mit der Zeller Karte gibt es für die Berechtigten eine Ermäßigung für die Kita-Gebühren, die in drei Jahresschritten um je zehn Prozent erhöht werden. Die Zeller Karte ist eine überregional einzigartige Unterstützung von Eltern und Familien. Hervorgegangen ist sie aus dem früheren Sozialpass. Mit der Neuausrichtung im Jahr 2018 haben sukzessive immer mehr Menschen die Karte in Anspruch genommen. Neben den Kita-Gebühren sind über die Zeller Karte auch die Musikschulentgelte reduziert.