Einen Film über das Markelfinger Dorfleben zu drehen – das war schon seit geraumer Zeit die Idee der Vorstandsmitglieder des Verkehrsvereins Markelfingen attraktiv.

Laut einer Mitteilung der Radolfzeller Stadtverwaltung hatte bereits 1958 ein Filmteam das Leben im Dorf auf einem tonlosen Schwarz-Weiß-Film dokumentiert. Auch nach über 60 Jahren werde dieser Film immer noch gern angeschaut – zuletzt an der Kulturnacht Anfang Oktober. Daraus erwuchs laut Mitteilung die Idee von Markelfingen attraktiv, selbst einen Heimatfilm zu drehen.

Heimattage sind Chance für das Projekt

Als das Dorf dann den Zuschlag zu den Heimattagen erhielt und damit Geld für heimatlich orientierte Projekte floss, sei die Chance für eine Produktion des Films da gewesen. Der Ortschaftsrat habe die Idee für gut befunden und so stand einer Umsetzung nichts mehr im Wege. Für Aufnahmen und Bearbeitung stand Werner Duffner vom Filmclub Singen-Radolfzell zur Verfügung, so die Mitteilung.

Das Konzept für den Film war einfach: zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 31. Dezember 2020 wird gefilmt, was das Dorf hergibt. Jubiläen und Feste, Alltag und besondere Ereignisse, Menschen und Straßen, Kinder und Senioren – alles wird aufgenommen und wird zu einem Film verarbeitet, der den ganzen Jahresablauf im Dorf dokumentiert. Soweit die Theorie.

Was als normaler Film begann, wandelte sich schnell

Nach Aufnahmen zu Silvester, den Sternsingern und der Fasnacht, wurde alles anders. Corona hob die Welt aus den Angeln. Und das Drehbuch auch. Auf einmal konnte das Filmteam nicht mehr in die Schule oder den Kindergarten stolpern oder die Proben der Feuerwehr und des Musikvereins filmen.

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Es gab kein Mai-Konzert, keine Fußballspiele, keine 50 Jahr-Feier des MWSC. Die Liste der Ereignisse, die nicht gefilmt wurden, ist groß. Stattdessen gab es rotweiße Absperrbänder, Essen zum Mitnehmen und Balkonkonzerte.

Mit Corona kommen die Probleme

Die Schwierigkeit für das Filmteam bestand von da an darin, herauszufinden, wo etwas los war. So konnte vieles nicht in dem Film festgehalten werden, was unter normalen Umständen zum Dorfalltag gehört hätte.

Dafür wird nun gezeigt, wie die kleine Welt des Dorfes mit der globalen Pandemie umging. Wie die Viertklässler auf unübliche Art von der Grundschule verabschiedet wurden oder wie die erste heilige Kommunion im August auf der Wiese gefeiert wurde. So kam trotz Corona eine ereignisreiche Dokumentation über Markelfingen im Jahre 2020 zustande.

Dann läuft der Film

Eigentlich sei der Film für die nächsten Generationen gedacht gewesen, die dann beispielsweise im Jahr 2050 nachvollziehen können, wie das Dorfleben 2020 war. Der Verein habe sich aber dazu entschieden, den Film jetzt schon zu zeigen.

Deshalb wird die Uraufführung des 80-minütigen Filmes laut Mitteilung bereits in diesem Jahr im Universum-Kino in Radolfzell stattfinden. Die Termine sind: Donnerstag, 21. Oktober, um 20 Uhr und Sonntag, 24. Oktober, um 10:30 Uhr.