Auch wenn der Turn- und Sportverein Böhringen nach zwei Jahren Pandemie mit stabilen Mitgliederzahlen und sogar leichten Zuwächsen aufwarten kann, bleiben Sorgen. „Die Auswirkungen auf alles, was den Verein ausmacht, waren immens: Die Kinder haben wertvolle und nicht wieder aufholbare Zeit für ihre Entwicklung verloren“, machte der Vorsitzende Tobias Klumpp jüngst bei der Hauptversammlung deutlich.

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Ob Fitness, Motorik oder emotionale Stärke – in den Turnstunden würden die Defizite nun sichtbar, auch was das Verhalten der Kinder untereinander angehe. An den Senioren seien Bewegungsmangel und fehlende soziale Aktivitäten ebenfalls nicht spurlos vorbeigegangen, beklagte er.

Stabile Beiträge und Zuschüsse

Finanziell steht der Verein gut da. Positiv auf den Kassenstand wirkten sich die stabilen Mitgliederbeiträge aus, gepaart mit den eingesparten Hallengebühren während der Lockdown-Zeiten und der trotz Corona von der Stadt ausgezahlten Jugendzuschüsse.

„Diese Zuschüsse werden wir aber auch brauchen, wenn ab diesem Jahr die neuen Hallenbenutzungsgebühren greifen“, erklärte der Vorsitzende. Zudem seien Investitionen für die Überholung der Außensportanlage geplant sowie zum Erhalt der Turnerhütte Stutz.

Corona sei nicht verschwunden und es werde sich zeigen, ob im Herbst noch einmal etwas auf die Vereine zukomme. „Wir freuen uns alle jetzt auf die anstehenden Monate mit viel Sport und Gemeinschaft“, so Tobias Klumpp.

Ausbau des Sportangebots

Er betont: „Aktuell nehmen wir die Herausforderung an, unseren Mitgliedern in diesem Jahr bestmöglichen Sportbetrieb zu sichern.“ In den letzten Monaten wurde unter anderem das Fitnessangebot ausgebaut und eine Volleyballgruppe gegründet. Die insgesamt fast 50 Sporteinheiten des Vereins brauchen Platz und Trainer (Interessierte können sich gerne melden).

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Die Mehrzweckhalle ist für Ukraine-Flüchtlinge ausgeräumt und bis auf Weiteres nur eingeschränkt nutzbar. Man sei daher auf das Wetter und auf die Flexibilität aller angewiesen. Aber dank der Storchenschule mit der Schulturnhalle, der Ortsverwaltung und der tollen Abstimmung mit den Vereinen, so der Vorsitzende, könne es gelingen, dass alle Gruppen Training abhalten könnten.

Tobias Klumpp steht hinter der Entscheidung der Stadt, die Mehrzweckhalle ukrainischen Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen.
Tobias Klumpp steht hinter der Entscheidung der Stadt, die Mehrzweckhalle ukrainischen Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. | Bild: Turn- und Sportverein Böhringen

„Natürlich unterstützen wir die Entscheidung der Stadt Radolfzell, die Mehrzweckhalle für Flüchtlinge zu nutzen, uneingeschränkt und solidarisch“, betont Tobias Klumpp. „Wir wollen als Verein und Böhringer auch schauen, wie wir den Flüchtlingen im Alltag helfen können. Es gebe bereits viele Freiwillige, die für tägliche Begegnungsangebote in den Startlöchern stünden. Auch sei versicherungsrechtlich bereits abgeklärt, dass ukrainische Kinder jederzeit an den Sportangeboten teilnehmen können.

„Und sobald wir Gewissheit haben, wie es mit den Flüchtlingen weitergeht, können wir auch wieder unsere normalen Aktivitäten planen wie unsere Vereinsmeisterschaften, Sommerfest, einen Kinder/Jugend-Event, unsere Fit im TuS-Aktionen und vieles mehr“, so Klumpp.