Mit dem erneuten Teil-Lockdown hat sich auch in den sechs Radolfzeller Ortsteilen das Leben der Menschen verändert. Der SÜDKURIER hat die Ortsvorsteher gefragt, wie sich die verschärften Vorschriften auswirken.

Distanz im Stahringer Rathaus

In Stahringen zeigt sich ein ähnliches Bild wie in den anderen Ortsteilen: Nur mit Anmeldung und unter Einhaltung der Vorschriften können die Bürger das Rathaus betreten.

Ein Desinfektionsspray-Spender, Hinweise auf die notwendige Distanz zu Anderen und ein sogenannter Spuckschutz im Bereich des Empfangstresens sorgen für eine kontaktfreien Besuch. Immerhin sei der „Publikumsverkehr ohnehin nicht sehr groß“, stellt Ortsvorsteher Jürgen Aichelmann fest.

Umständlicher Empfang

Die Tür des Rathauses ist wegen der aktuellen Verordnung verschlossen, was bei den Mitarbeitern für umständliche Aktionen sorgt. Da es in dem Gebäude keinen elektrischen Türöffner gibt, werden Besucher am Fenster empfangen. Anschließend muss jemand aus dem ersten Stockwerk die Treppe herabsteigen, um die Tür zu öffnen. Kein Wunder, dass Jürgen Aichelmann sich einen Türöffner für das Rathaus wünscht. „Eine Klingel und Gegensprechanlage wäre sinnvoll“, sagt er.

Um den Publikumsverkehr in dem städtischen Gebäude zu minimieren, werden Tütchen für Hundekot und Gelbe Säcke mittlerweile vor dem Eingang aufgestellt. Immerhin kann der Sitzungsalltag bisher stattfinden. Nur wenn größere Zuschauermengen dabei erwartet werden, weicht man vom Sitzungssaal im Stahringer Rathaus in die Homburghalle aus, wie das zum Beispiel im Juli der Fall war.

Besonders schwierig für Ältere

Problematisch findet Aichelmann das Erliegen der sozialen Kontakte im Ort. „Ältere Leute bekommen nichts mehr mit“, sagt er. Auch sonst erkennt er abnehmendes Verständnis für die Restriktionen in der Bevölkerung. „Die Vereine haben im Sommer Konzepte geschaffen und jetzt darf wieder nichts mehr stattfinden. Da ist schon Enttäuschung vorhanden. Aber jeder akzeptiert es und versucht sich an die Regeln zu halten“, sagt der Ortsvorsteher.