Die Reaktionsschnelligkeit zählt beim Tennis zu den koordinativen Fähigkeiten und wird vom Tennisspieler bei fast jedem Ballwechsel verlangt. Reaktionsschnell traf auch der Vorstand des Radolfzeller Tennisclub Rebberg kurz nach Ausbruch der Pandemie im letzten Jahr wichtige Entscheidungen, die ihn finanziell gut und mit geringen bürokratischem Aufwand durch die Krise bringen sollte.

Der TC Rebberg verzichtete auf den Druck seines jährlich erscheinenden Clubhefts und stellte dieses online. Er verschob die Generalsanierung seiner Tennisplätze und investierte in eine digitale Online-Registrierung für die Belegung seiner Tennisplätze. Und der Tennisclub pflegte gleich zu Beginn der Krise eine offene Kommunikation mit seinen Sponsoren, die ihm weiterhin eine vertrauensvolle Unterstützung zusicherten. Nach einem Jahr Pandemie steht der Club weiterhin gut aufgestellt da. Und trotz des immensen Aufwands durch die Landesverordnungen zur Eindämmung der Pandemie konnte er mithilfe der Digitalisierung die bürokratische Arbeitslast im Ehrenamt deutlich senken.

Ein „ziemlich klarer Sparplan“

Diese schnellen Entscheidungen traf der Clubvorstand bereits im April letzten Jahres. „Wir konnten damals überhaupt nicht abschätzen, was die Pandemie finanziell für unseren Club bedeuten wird“, erläutert dessen Erster Vorsitzende, Guido Heck: „Dann haben wir uns einfach einen ziemlich klaren Sparplan auferlegt“. Zum ersten Mal in seiner 45-jährigen Geschichte hatte der Verein kein Clubheft in Druck gegeben. Dadurch sparte der Club gleich mehrere Tausend Euro an Druckkosten.

Auch den Stopp der Generalsanierung hatten die Mitglieder ob der angespannten und unübersichtlichen Lage nachvollziehen können. Der Verein habe sich in keine Aktion stürzen wollen, die wegen der Pandemie nicht absehbar ist, so Guido Heck über die gemeinsam getroffenen Entscheidungen. Im Nachhinein hätten sich diese als klug herausgestellt und den Verein finanziell stabil gehalten. Im Gegensatz zu anderen Radolfzeller Sportvereinen konnte der TC Rebberg auf eine Hilfe des Landes verzichten.

Tennis- und Squashhalle auf der Mettnau ist aktuell geschlossen

Während Fußball oder Handball zu den Mannschaftssportarten und das Ringen zu den Kontaktsportarten gehört, zählt Tennis zu den Individualsportarten. „Das bedeutet, dass wir unseren Sport zwar eingeschränkt, aber immerhin ausüben dürfen“, freut sich Guido Heck. Noch nie habe der Verein seine Saison so früh begonnen wie in diesem Jahr, sind sich der Vorsitzende sowie der Sportwart Max Schuster einig. Seit Ende letzten Monats sind die Tennisplätze für die Mitglieder und Gäste geöffnet. Lediglich die vom TC Radolfzell, TC Möggingen und dem TC Rebberg in einer Pächtergemeinschaft geführten Tennis- und Squashhalle auf der Mettnau ist wegen der hohen Inzidenz im Landkreis aktuell geschlossen.

Die Pandemie hat dem TC Rebberg einen Digitalisierungsschub verliehen. Allein schon wegen der Kontaktverfolgung hatte der Club ein Online-Buchungssystem für seine Tennisplätze eingeführt. Für gewöhnlich kamen die Mitglieder spontan zu ihrem Tennisspiel in den Club und reservierten vor Ort ihre Spieleinheit mit ihrem Mitgliedskärtchen. Am Anfang der Pandemie mussten zudem die Spieler zur Kontaktverfolgung ihre Daten in Listen schriftlich hinterlassen. „Das System haben wir bereits im Juni komplett auf digital umgestellt“, erläutert Guido Heck. Auf der eigenen Homepage können nun einzelne Spieleinheiten bis zu einer Woche im Voraus gebucht werden.

Daten für eine Kontaktverfolgung werden automatisch festgehalten

Werden in der Tennishalle Termine gebucht, so wird der Tennisplatz automatisch beleuchtet. Auch die Abrechnung bei Gästen und Urlaubern könne nun online verarbeitet werden. Das habe eine ganze Menge Vorteile, so Heck: Die Daten für eine Kontaktverfolgung würden so automatisch festgehalten, und für die Ehrenamtlichen ergebe sich ein deutlich geringerer Verwaltungsaufwand. Für Mannschaften gibt es auch das von der Stadt Radolfzell initiierte Kontaktverfolgungssystem „Hereinspaziert!D“.

Wie jeder Verein, so hat auch der TC Rebberg eine normale Fluktuation von Mitgliedern. Doch in Zeiten der Pandemie verzeichnete der Club bis zum Jahresende einen Schwund von etwa zehn Prozent seiner Mitglieder – meist von Pendlern und Inhabern einer Zweitmitgliedschaft im Tennis. Den Schwund konnte der Club innerhalb kurzer Zeit zu einem Drittel mit einem attraktiven Jubiläumsangebot kompensieren.