Um die Kapazitäten der Krankenhäuser und insbesondere der Notfallambulanzen durch Silvester-typische Verletzungen nicht weiter zu belasten und das Corona-Ansteckungsrisiko durch Menschenansammlungen zu vermeiden, hat die Landesregierung von Baden-Württemberg in der Corona-Verordnung das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände im öffentlichen Raum verboten. Dies schreibt die Stadtverwaltung von Radolfzell in einer Pressemitteilung.

Somit sei davon auszugehen, dass die Menschen ihr Silvesterfeuerwerk ausschließlich auf privaten Flächen zünden. Insbesondere in der eng bebauten, historischen Altstadt von Radolfzell mit vielen brandempfindlichen Gebäuden erhöhe sich dadurch die Brandgefahr ungemein.

Verbotszone in der Altstadt

Zum Schutz der historischen Altstadt hat die Stadt daher per Allgemeinverfügung das Abschießen und Abbrennen von Feuerwerkskörpern der Klasse II – wie zum Beispiel Raketen, Schwärmer, Knallkörper und Batterien – auch am 31. Dezember und 1. Januar dort gänzlich untersagt.

Die Radolfzeller Feuerwerk- und Böller-Verbotszone befindet sich innerhalb der Grenzen Bismarckstraße, Schützenstraße und Teggingerstraße im Norden, Brühlstraße, Untertorstraße und Forsteistraße im Osten, Friedrich-Werber-Straße (inklusive der Parkplätze ehemalige Güterhalle und ehemaliges Parkdeck), Bahnhofsplatz mit Zentralem Omnibusbahnhof (ZOB) und Kapuzinerweg im Süden und Klostergasse, Scheffelstraße, Luisenplatz, Fürstenbergstraße einschließlich der jeweiligen Straßenfläche. Grundsätzlich müssen in diesem Jahr an und vor Silvester und an Neujahr folgende Bestimmungen und Regeln beachtet werden:

  • Das Bundesministerium des Innern hat ein Verkaufsverbot von Feuerwerk erlassen. Aus EU-Ländern und anderen Drittländern darf lediglich zugelassenes Feuerwerk nach den zollrechtlichen Bestimmungen eingeführt werden. Zugelassen werden Feuerwerkskörper dann, wenn diese auf ihre Sicherheit geprüft wurden. Die entsprechenden Zollbestimmungen finden sich auf der Internetseite des Zolls unter der Adresse www.zoll.de
  • Feuerwerkskörper und Böller aus den Vorjahren sollten nicht mehr gezündet werden, da sie unter Umständen durch falsche Lagerung beschädigt sein können und dies mit einer erhöhten Verletzungsgefahr einhergeht.
  • Auf privaten Flächen ist das Abbrennen der Boller und Raketen – sofern nicht, wie in der historischen Radolfzeller Altstadt sowieso verboten – nur am Silvester- und Neujahrstag erlaubt. An anderen Tagen darf kein Feuerwerk gezündet werden.
  • In unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie von besonders brandempfindlichen Gebäuden dürfen generell keine Feuerwerkskörper abgebrannt werden. Beim Abbrennen von Feuerwerksartikeln sollte auf Menschen und Tiere geachtet werden, die sich in unmittelbarer Nähe und damit im Gefahrenbereich befinden. Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse von Alten, Kranken und Kindern sollte selbstverständlich sein.
  • Die aktuellen Ausgangsbeschränkungen der Corona-Verordnung und die Kontaktbeschränkung auf fünf Personen aus maximal zwei Haushalten gelten auch am 31. Dezember und am Neujahrstag. Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist in Baden-Württemberg auch an diesen Tagen zwischen 20 bis 5 Uhr nur aus triftigem Grund gestattet.