Auch wenn nun beim Sport wieder mehr möglich ist – eine Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie bleibt weiterhin bestehen: „Abstand halten – das wird uns sicherlich noch die nächsten Wochen und Monate begleiten“, eröffnete der Vorsitzende Tobias Klumpp die Mitgliederversammlung des Turn- und Sportvereins (TuS) in der Böhringer Mehrzweckhalle.

Abstand halten ist weiterhin die Devise des TuS-Böhringen. In seiner Hauptversammlung gedachten die Mitglieder stehend den Verstorbenen vom vorangegangenen Jahr. Der Vorstand verlieh Manfred Kaiser (vorne im karierten Hemd) sowie Dieter Bächle (links daneben mit bedrucktem Poloshirt) die Ehrenmitgliedschaft im Verein.
Abstand halten ist weiterhin die Devise des TuS-Böhringen. In seiner Hauptversammlung gedachten die Mitglieder stehend den Verstorbenen vom vorangegangenen Jahr. Der Vorstand verlieh Manfred Kaiser (vorne im karierten Hemd) sowie Dieter Bächle (links daneben mit bedrucktem Poloshirt) die Ehrenmitgliedschaft im Verein. | Bild: Georg Lange

Komprimiert sei die Zeit während der Corona-Krise gewesen. Der Verein habe sehr viel zu tun gehabt. Auch privat hätten die Menschen unter den Maßnahmen gelitten. Schnell vergesse man da, wie erfolgreich das vergangene Jahr für den Verein gewesen sei, sagte Tobias Klumpp.

Er erinnerte an die Ernennung von TuS-Mitglied Ehrfried Dreschner zum Bereichsleiter für den Seniorensport des 89 Vereine zählenden Hegau-Bodensee-Turngaus. Außerdem darf sich der TuS seit Juni 2019 als besonders seniorenfreundlicher Turnverein präsentieren. Und für Mitglieder ab acht Jahre gründete der Verein eine neue Tischtennisabteilung.

Jedes dritte Mitglied älter als 55

Als die Republik Anfang März in den Corona-Modus geschwenkt sei, habe auch der Vorstand des TuS Diskussionen über die Gefahren des Virus geführt, erzählt der Vorsitzende. Wegen des hohen Anteils an älteren Mitgliedern im Verein wollte der Vorstand kein Risiko eingehen, dass sich diese während einer Turnstunde anstecken könnten. Jedes dritte Mitglied des über 1000 Mitglieder zählenden Vereins ist älter als 55 Jahre. Bereits einen Tag vor dem behördlich verordneten Stillstand beschloss der Vorstand deshalb einstimmig, dass er seinen Sportbetrieb einstellt.

Nach den ersten Lockerungs-Maßnahmen habe der Vorstand dann unermüdlich neue Konzepte erstellt, wie die Mitglieder wieder Sport machen könnten. Klumpp bedankte sich unter dem Beifall der anwesenden Mitglieder bei den Sportlern für die komplexen und seitenlangen Anleitungen der Sicherheits- und Hygienekonzepte, die sich dauernd wieder änderten. Ein Dank ging auch an den Böhringer Fußballclub, der dem TuS seine Freiflächen für Sport im Freien zur Verfügung stellte.

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Auch wenn die neue Sportverordnung des Landes weitreichende Lockerungen vorsieht, so machte der Vorsitzende in der Hauptversammlung keinen Hehl aus seiner Haltung und formuliert deutlich seine Bedenken an die Mitglieder: Es wäre eine Horror-Vorstellung für ihn, dass sich Mitglieder im Verein in einer Turnstunden anstecken und den Virus nach Hause tragen könnten und der TuS dadurch Schuld an einem regional begrenzten Lockdown sei. Mit stark akzentuierten Worten appellierte er an die Mitglieder, sich an die geltenden Standards zur Eindämmung der Pandemie zu halten.

Erfolgreich bei Wettkämpfen

Veronika Helmlinger, die leitende TuS-Turnwartin für den Erwachsenensport, betonte die besondere Wichtigkeit des Sports für Gesundheit und Geselligkeit, die gerade in Zeiten des Lockdowns deutlich wurde. Jasmin Schwock, die als Turnwartin die Jugendabteilung im TuS leitet, erinnerte an die Vereinsmeisterschaften im Turnen, Trampolin und Leichtathletik, die im Mai 2019 stattgefunden hatten.

Insgesamt starteten 150 Teilnehmer im Alter zwischen vier und 16 Jahren in 25 Turnwettkämpfen mit Miniwettkampf und Kinderolympiade. Am Landesturnfest in Bruchsal nahm der Böhringer Turn- und Sportverein mit mehreren Mannschaften teil. In der vollbelegten Radolfzeller Unterseehalle richtete der Bodensee-Hegau-Turngau seine Meisterschaften aus. Der TuS Böhringen errang in allen Altersklassen seiner Tanzgruppen die höchste Einzelwertung und zweimal die Höchstpunktzahl von zehn Punkten.

Letzter Wettkampf der „Dancing Queens“

Am 21. Juli fand ein Turncamp für 50 Kinder mit buntem Trainingsprogramm und mit einem eigens dafür angemieteten Airtrack – einer aufblasbaren Kunstturnmatte – sowie mit Disco und Schnitzeljagd statt. Seit September vergangenen Jahres trainieren die Leichtathleten des TuS wieder in zwei Gruppen. Bei den deutschen Meisterschaften für Turnjugendgruppen in Regensburg im Oktober 2019 traten die „Dancing Queens“ des TuS zu ihrem letzten Wettkampf an. Sie belohnten sich in der Kategorie TGM-Jugend mit dem neunten Platz von insgesamt 27 teilnehmenden Gruppen.