Manche Vorurteile kommen der Wahrheit ziemlich nahe. Zum Beispiel, dass Skifahrer eine ausgesprochene Neigung zum Feiern haben. Wenn es sein muss, geht das auch im Sommer. Nach zwei Jahren Pandemie und einem Anlass wie dem 100. Geburtstag in dieser Zeit, steigt an diesem Freitag, 24. Juni, die Party des Skiclubs Radolfzell im Turnerheim auf der Mettnau als Sommer- und Jubiläumsfest für alle Mitglieder, die können und wollen.

Über 1150 Mitglieder im Verein

Kommen alle, sind es viele. Über 1150 Mitglieder zählt der Verein. Gesprächsstoff gibt es allemal. Die großen und die kleinen Themen sind im Jubiläumsheft angesprochen und aufbereitet worden. Der Vorsitzende Martin Ritsche schlägt in seinem Grußwort nachdenkliche Töne an: „Viele von Euch fragen sich angesichts der Klimaveränderung zurecht, ob es auch in 100 Jahren noch den Skiclub in Radolfzell geben wird.“

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Ritsche mag den Wintersport und seinen Verein zu sehr, als dass er selbst die Frage mit Nein beantworten wollte. Er gibt sich vorsichtig optimistisch. Das Weiterbestehen des Skiclubs und des Wintersports werde aber vom Verhalten jedes Einzelnen abhängig sein, schreibt Ritsche: „Um dies zu ermöglichen, wird das Mitwirken von uns allen gefordert sein, indem wir im alltäglichen Leben umweltbewusst handeln.“

Vorsitzender Martin Ritsche. Bild: Patricia Knödler
Vorsitzender Martin Ritsche. Bild: Patricia Knödler | Bild: skiclub radolfzell

Nach der Pandemie ist dem Vorsitzenden auch der Wiederaufbau des Miteinanders wichtig: „Wir werden daran arbeiten, die soziale Nähe und das gemeinsame Erlebnis wieder zu einem festen Bestandteil unserer Vereinsaktivitäten zu machen.“ Diesen Erlebnisfaktor hat Patricia Knödler als Verantwortliche für Konzeption und Produktion der Jubiläumschronik mit einem Team an Autoren in vielen Kapiteln aufbereitet: Die sportlichen Aktivitäten, das Lagerleben, die Skigymnastik und nicht zuletzt der Brettle- und Christkindlemarkt.

Chronik mit vielen Fotos

Die zahlreichen Fotos im Jubiläumsheft geben Anlass zum Knobeln: Welches Mitglied kommt auf die meisten Veröffentlichungspunkte? Ralf Auer ist auf elf Fotos zu erkennen, ihm folgt knapp dahinter schon seine schnelle Tochter Mareen. Um eine Nasenspitze muss sich der „ewige“ Skilehrer Klaus-Dieter „KD“ Herter in diesem Ranking geschlagen geben, der in allen möglichen und unmöglichen Skianzügen in der Chronik verewigt ist. Gabi Fröhlich, Walter Laufer, Birgit Dold, Kai Genter und Egon Geiges sind auch mehrmals zu erkennen.

Konstant schnell auf den Ski

Eine nicht nur in sportlicher Hinsicht aufschlussreiche Auflistung von Namen ist das Kapitel der Club- und Stadtmeister von 1959 bis 2020. Es gibt gleich mehrere Konstanten. Es tauchen immer wieder die gleichen Namen auf. So stellt die Großfamilie Biller mehrfach Stadtmeister bei den Frauen und Männern: Sandra, Denise und Sara Biller waren je drei Mal Meister, Uli Biller war acht Mal auf den Ski und einmal auf dem Snowboard, Karl Biller drei Mal auf Ski Stadtmeister.

Ähnlich erfolgreich ist die Familie Rudolphi, Ursula Rudolphi war fünf, Ulrike Rudolphi drei Mal und Thomas Rudolphi zwei Mal Stadtmeister. Bei den Auers war Vater Ralf zwei Mal erfolgreich, seine Töchter Leonie drei und Mareen zwei Mal.

Wie der Vater so der Sohn und die Töchter

Dann gibt es noch weitere Besonderheiten. Klaus Krekosch war zwar nur einmal 1977 Stadtmeister, doch sein Sohn Frederik Krekosch erhöhte die Schlagzahl für die Familie mit seinen bisher sechs Titeln. Absoluter Rennfahrer nach Stadtmeistertiteln ist Ralf Biesinger, er dominierte die 1980er und 1990er Jahre mit sage und schreibe 13 Siegen. Sein Neffe Felix Fröhlich war im Jahr 2006 erfolgreich.

Erfolgreichste Skifahrerin bei Stadtmeisterschaften bisher ist Svenja Moll mit sieben Titeln von 1989 bis 1996, Rosemarie Greis war in den 1960er Jahren mit fünf Titeln erfolgreich.

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So konstant wie die Namenslisten sind die Austragungsorte der Stadtmeisterschaften seit 1959: Nach Mellau ging es 18 Mal, Auf dem Feldberg richtete der Skiclub Radolfzell 16 Mal die Stadtmeisterschaften aus, davon 13 Mal am Hang der Zeller Hütte, nach Savognin fuhr der Skiclub-Tross sechs Mal zu Titelrennen. Und auch das gab es in dieser Zeit: Die Stadtmeisterschaften konnten in sechs Jahren wegen Schneemangel oder schlechten Wetters nicht ausgetragen werden, 2021 und 2022 fielen sie wegen der Pandemie aus.