Obwohl die Feuerwehr Liggeringen gewisse Startschwierigkeiten hatte, sind diese lang überwunden. In diesem Jahr kann die Wehr ihr 100-jähriges Bestehen feiern. Dafür planen die Mitglieder ein großes Fest am Sonntag, 2. Oktober, am Feuerwehrhaus.

Die Ursprünge der Feuerwehr in Liggeringen gehen auf das Jahr 1913 zurück. Damals kam die erste Idee dazu auf, jedoch ohne Erfolg. Die Chronik der Feuerwehr berichtet in diesem Zusammenhang von „wenig lusttragenden Leuten“, wie der Bezirksamtsvorstand von Konstanz damals monierte. Damals hatte also keiner Lust eine Feuerwehr zu gründen.

Erst ein Unglück schafft die Gründung

Wie so oft bedurfte es erst eines Unglücks, bis auf die Idee eine Umsetzung folgte. Nachdem das Liggeringer Rathaus 1921 abbrannte, entschlossen sich am 24. Oktober 1922 auf Betreiben des damaligen Bürgermeisters Rüdin 50 Männer, die Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Erster Kommandant wurde Josef Bücheler. Damit war die Anzahl der Männer aus dem Ort sehr hoch im Verhältnis zur Einwohnerzahl.

Von solchen Zahlen träume man heute, sagt Abteilungskommandant Daniel Hafner. Zurzeit zähle die Feuerwehr Liggeringen 23 Aktive und zehn Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Ferner zählten noch drei Senioren zur Wehr. Wie alle ehrenamtlich organisierten Einrichtungen habe die Feuerwehr im Radolfzeller Teilort Schwierigkeiten, genügend Nachwuchs zu generieren, der auch langfristig in der Aktiven-Abteilung verbleibe. Grundsätzlich habe die Einführung der Jugend-Feuerwehr im Jahr 1976 aber für regelmäßigen Nachwuchs gesorgt. „Solange wir nicht unter 30 Personen sind, sind wir zufrieden“, sagt Abteilungskommandant Hafner dazu.

Einsätze sind zum Glück nicht so häufig

Zum Glück fallen in Liggeringen eher nur sporadisch Einsätze für die Feuerwehr an. In diesem Jahr musste sie gerade drei Mal im eigenen Ort ausrücken. Einmal schlug ein Blitz ein und zwei Mal sorgten technische Defekte für Brände. Sollte es wirklich einmal zu einem größeren Brand kommen, erhält die Wehr Unterstützung aus Radolfzell und Güttingen. Das war zuletzt gleich zweimal auf dem Hirtenhof notwendig. Dort kam es in den Jahren 1998 und 2013 zu größeren Bränden, von denen sich die Aktiven noch heute erzählen.

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Das sei aber zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie immer schwieriger geworden. „Seit Corona dürfen wir nicht mehr so agieren, wie vorher“, erklärt Philipp Hildebrand, stellvertretender Abteilungskommandant im Gespräch. Selbst bei Übungen mussten sich die Aktiven aufteilen, um mit möglichst wenigen Kollegen in Kontakt zu kommen. Auch der gesellige und soziale Aspekt sei während dieser Zeit merklich ins Hintertreffen geraten. So war das gesellige Zusammensein nach den Treffen ebenfalls untersagt. „Die Kameradschaft hat abgenommen. Man merkt einfach, wenn man das zwei Jahre nicht macht“, sagt Daniel Hafner.

Die Kameradschaft soll wieder neu aufleben

Umso wichtiger erscheint der Feuerwehr, dass man nun ganz ungezwungen das 100-jährige Bestehen am Feuerwehrhaus feiern kann. Ab zehn Uhr erwartet die Besucher dort viel Unterhaltung und eine große Auswahl an Verpflegung und Getränken. Ein großes Festzelt mit Platz für 400 Personen ermöglicht das Fest auch bei nicht optimalen Wetterbedingungen.

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Am begehrtesten dürften die Rundfahrten mit dem Feuerwehrauto sein, das seit dem Jahr 2009 neu angeschafft wurde. Damit ging auch der Neubau in der Bonnisgasse einher, das sich die Feuerwehr mit dem Musikverein Liggeringen teilt. Davor war die Feuerwehr im Liggeringer Rathaus untergebracht. Mit dem Musikverein verbindet die Feuerwehr ohnehin viel. Der Musikverein ging 1924 aus der Feuerwehrkapelle hervor. Zum Fest sind nicht nur alle Bürger, sondern natürlich auch alle Wehren des Landkreises eingeladen. Oberbürgermeister Simon Gröger und der Radolfzeller Kommandant Helmut Richter haben ihr Erscheinen bereits angekündigt.